Angeblicher Router-Klau erhitzt die GemĂĽter

Die DSL-Zugänge von AS-Online sind seit heute Mittag gestört. Grund soll angeblich der Diebstahl eines Routers durch den früheren Vertragspartner ISP-Service sein; diesen Vorwurf weist man dort aber vehement zurück.

vorlesen Druckansicht 202 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Der Streit zwischen den Providern AS-Online und ISP-Service geht in die nächste Runde. Seit heute Mittag können sich die Kunden von AS-Online nicht mehr per DSL einwählen. Die etwas ungewöhnliche Ursache dieser Störung ist das physische Nichtvorhandensein des Radius-Servers. AS-Online wirft dem ehemaligen Vertragspartner ISP-Service vor, diesen aus dem Rechenzentrum einfach mitgenommen zu haben. In einer Meldung auf der Homepage spricht AS-Online gar von "Routerklau".

ISP-Service weist diesen Vorwurf vehement zurück. Man habe lediglich eigene Hardware in einigen angemieteten Racks in einem Rechenzentrum abgebaut, nachdem man den Vertrag für die dortigen Stellplätze zum 1. September gekündigt habe. Offensichtlich war darunter auch der Radius-Server des Konkurrenten. Wie der dorthin gelangte, ist dem Provider allerdings unklar. "AS-Online hatte bei uns keinerlei Router-Hardware installiert", versichert Dieter Münnich von ISP-Service. Man habe keinesfalls die Absicht gehabt, Kunden der Konkurrenz vom Netz zu nehmen.

Der Provider g-bag, der Services für AS-Online bereitstellt und auch den fraglichen Server betrieb, kann das Vorgehen von ISP-Service indes nicht nachvollziehen. Mitarbeiter vor Ort hätten versucht, die Beauftragten von ISP-Service an ihrem Tun zu hindern und darauf hingewiesen, dass diese Server nicht ISP-Service gehörten -- allerdings ohne Erfolg. Das bestätigt auch Münnich; seine Mitarbeiter hätten jedoch korrekt gehandelt, denn die Eigentumsfrage sei vor Ort nicht zu klären gewesen und die Geräte hätten sich in den Racks von ISP-Service befunden. Grund für das Durcheinander in den Racks wiederum war -- nach Darstellung von g-bag zumindest -- eine frühere Zusammenarbeit zwischen den beiden Firmen.

Die von AS-Online und g-bag alarmierte Polizei fand die umstrittenen Server erwartungsgemäß bei ISP-Service vor und protokollierte diesen Vorgang, beließ die Geräte aber nach Angaben von ISP-Service in deren Obhut. Nun besteht ISP-Service zunächst auf der Klärung der Eigentumsverhältnisse. Allerdings will der Provider die Auseinandersetzung offenbar nicht weiter eskalieren lassen: "Wir versuchen, eine Lösung im Sinne der Kunden von AS-Online zu finden", versicherte Münnich gegenüber heise online. (uma)