Frei wählbare Rufnummernanzeige
Eine US-Firma will die Rufnummernanzeige beim Angerufenen benutzen, um beliebige Telefonnummern oder Texte des Anrufenden darzustellen. In Deutschland funktioniert das System aber nicht.
Das US-Unternehmen Star38 bietet einen neuartigen Dienst an: Auf der Rufnummernanzeige des Angerufenen sollen vom Anrufer ausgewählte, beliebige Nummern oder Texte erscheinen. Allerdings darf nicht jedermann auf diesen Service zurückgreifen: Nur lizenzierte Privatdetektive und Inkassounternehmen sollen vorerst von dieser Möglichkeit Gebrauch machen dürfen. Die Möglichkeit, beliebige so genannte Caller-IDs einzusetzen, wurde ursprünglich von Hackern gefunden; der Firmengründer Jason Jepson legt daher großen Wert auf die Feststellung, dass seine Tätigkeit nicht illegal sei.
Datenschützer fürchten indes, dass dieses Werkzeug missbraucht werden könnte, beispielsweise im Telefonmarketing. Eine geschickt gewählte Rufnummer, beispielsweise von Verwandten, könnte den Angerufenen veranlassen, ein Gespräch anzunehmen. Star38 denkt indes an künftige harmlosere Anwendungen, beispielsweise an Musikverlage, die auf diesem Weg zusätzliche Informationen über einen Titel übermitteln könnten.
In deutschen Telefonnetzen ist dieser Service in der geplanten Form nicht möglich. Das Netz hierzulande ist technisch vollkommen anders aufgebaut als das der USA. Dennoch ist es grundsätzlich nicht ausgeschlossen, dem Angerufenen eine falsche Nummer vorzugaukeln: Voraussetzung dafür ist ein ISDN-Anlagenanschluss, der die Übergabe beliebiger Rufnummern zulässt. Damit lässt sich aber lediglich die Rufnummernanzeige des Gegenübers austricksen, nicht jedoch beispielsweise Fangschaltungen oder die Rufnummernanzeige bei Rettungsdiensten. Die dabei ausgewertete tatsächliche Rufnummer wird getrennt übertragen und ließe sich nur in der Vermittlungsstelle manipulieren.
Bei Anrufen aus den USA könnte eine solche gefälschte Kennung aber ins deutsche Netz übertragen werden. Solche frei wählbaren Rufnummern können dabei durchaus Probleme bereiten: Findige Abzocker ließen vor einiger Zeit das Handy vieler Opfer nur einmal klingeln und übertrugen dabei eine 0190-Rufnummer oder eine teure Auslandsrufnummer. Wer neugierig die angezeigte Rufnummer zurückrief, landete in einer Kostenfalle und durfte über 2 Euro pro Minute für den "Rückruf" berappen. (uma)