Rekonfigurierbare Chips von IBM [Update]

Mit einer Vielzahl von winzigen elektrischen Sicherungen (eFuse) sollen sich Prozessoren und Mikrocontroller von IBM demnächst selbst an ihre Aufgaben anpassen können.

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Von
  • Benjamin Benz

Mit einer Vielzahl von winzigen elektrischen Sicherungen (eFuse) sollen sich Prozessoren und Mikrocontroller von IBM demnächst im laufenden Betrieb an ihre Aufgabe anpassen können. So könne ein Chip einerseits seine Geschwindigkeit regeln, andererseits kleinere interne Störungen selbst beheben. Durch Umprogrammieren der eFuses könnten fehlerhafte Funktionsblöcke überbrückt und ihre Aufgaben von anderen Einheiten übernommen werden. "eFuse kann logische Funktionen eines Chips umleiten, ähnlich wie heute Verkehrsströme auf Autobahnen durch Freigabe oder Sperrung von Fahrbahnen gesteuert werden", meinte ein Sprecher von IBM.

Jede einzelne Sicherungen kann nur einmal beschrieben werden, aber mit mehreren Fuses parallel können einzelne Blöcke mehrfach umgeroutet werden. Wie viele Fuses in einem Chip wie dem Power5 eingesetzt werden ist bislang noch nicht bekannt, theoretisch könnten es aber viele tausend sein. Der Microcode im Prozessor kann die Sicherungen direkt programmieren und so defekte Blöcke selbst überbrücken. Chips mit den eFuses sollen bereits jetzt in zwei IBM-Fabriken (East Fishkill, New York, und Burlington, Vermont) hergestellt werden können. Da sie keine gesonderten Fertigungsschritte erfordern, ist ihre Herstellung mit nur geringen zusätzlichen Kosten verbunden. Zu den ersten Chips mit eFuses sollen die Power5-Prozessoren gehören. Die Selbstheilung von Chips durch eFuse ist ein Teil der Overall-Autonomic-Computing-Initiative, mit der IBM Computersysteme robuster und unabhängiger von menschlichen Eingriffen machen will. (bbe)