Lehren aus dem Irak-Krieg fĂĽr die Hightech-Krieger
Die politischen Probleme einmal außer Acht gelassen, hatte der Irak-Krieg auch rein militärisch seine Schattenseiten. Manche eingesetzte Hightech-Lösung erwies sich als nutzlos - aber nicht jede.
Politisch gesehen war der Irak-Krieg ein Desaster -- mit ihrem forschen Vorgehen machten sich die Amerikaner im Ausland viele Feinde. Doch auch militärtechnisch betrachtet war der Krieg für das US-Militär in vielen Bereichen eine bittere Lehre. Das zeigte eine Präsentation durch US-Militäranalysten in den USA, berichtet Technology Review aktuell.
Auf eine gewisse Art wurden die US-Truppen Opfer ihrer eigenen Stärke, schreibt Technology-Review-Kolumnist Richard A. Muller, Physikprofessor und Berater der Regierung in Sicherheitsfragen: Die Armee kam weitaus schneller voran, als sie erwartet hatte. Das habe hinter den Truppen zu einem Machtvakuum geführt, das von zweifelhaften Personen gefüllt wurde.
Ebenfalls Schwächen zeigte das Militär im Städtekampf: Eigentlich müsste es laut Muller gut darauf vorbereitet sein, weil die meisten US-Militäraktionen der vergangenen zwei Jahrzehnte sich in Städten abspielten. Trotzdem gebe es noch kaum passende Trainingsgelände dafür. Außerdem zeigte sich, dass die hochmodernen, abhör- und ortungssicheren Funkgeräte im Irak nicht zuverlässig funktionierten. Weil der vorgesehene schnelle Frequenzwechsel in bebauten Gebieten nicht reibungslos läuft, gab es Probleme. Als Reaktion ließen sich manche Soldaten von ihren Angehörigen billige Walkie-Talkies aus dem Elektro-Supermarkt schicken.
Als Erfolge bezeichneten die Analysten laut Muller den Einsatz von Videokonferenzen und von kleinen Aufklärungsflugzeugen ohne Pilot. Videokonferenzen, bis vor dem Irak-Krieg von vielen Offizieren abgelehnt, hätten zu schnellen und meist richtigen Entscheidungen geführt. Die Information von (Tele-)Angesicht zu Angesicht sei direkter und umfassender als schriftliche Bulletins; auch die Soldaten verstünden so eher, was ihre Vorgesetzten von ihnen wollen. Die Aufklärungsflugzeuge ("Dragon Eyes") hätten sich wegen ihrer leichten Einsetzbarkeit zur Informationsgewinnung und ihres relativ niedrigen Preises von 50.000 Dollar pro Stück bewährt.
Siehe dazu in Technology Review aktuell: (sma)