c’t-Story: Yakar darf nicht sterben

Friedliches Zusammenleben beruht auf einer fragilen Balance von Gegensätzen. Diese Balance zu erhalten, ist den Schweiß der besten Forscher wert.

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c’t-Story: Yakar darf nicht sterben

(Bild: KI / Bearbeitung: c’t)

Lesezeit: 17 Min.
Von
  • Thomas Heitlinger
Inhaltsverzeichnis

Professor Johnson überlegte, ob er die Einladung zum diesjährigen Kongress der Internationalen Mathematisch-Physikalischen Forschungsgesellschaft (IMPF) annehmen sollte. Dafür sprach, dass er in den letzten Jahren nie eine Tagung dieser Gesellschaft versäumt hatte. Gegen eine Teilnahme sprach der Tagungsort: Hatte man in der Vergangenheit nur Hauptstädte europäischer oder asiatischer Staaten für die Zusammenkunft gewählt, so fand die Konferenz diesmal in Merenguador statt. Das kleine Land hatte in den vergangenen Monaten ungeachtet seiner global gesehen kümmerlichen Bedeutung Schlagzeilen verursacht. Gerade vorletzte Woche hatten die Medien einen erneuten Anschlag von Untergrundkämpfern auf das Flugzeug des amtierenden Präsidenten Yakar gemeldet. Yakar war, wie es hieß, dem Attentat nur mit knapper Not entgangen.

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Der Veranstalter versprach jedoch in einem eigenen Passus der Einladungsunterlagen, fĂĽr die Sicherheit der Kongressteilnehmer besondere VorsorgemaĂźnahmen zu ergreifen. Wie zur Rechtfertigung listete er zudem ĂĽberblicksweise die in Merenguador bereits erfolgreich abgehaltenen Symposien und Kongresse der letzten Jahre auf. Professor Johnson staunte. Die Jahrestagung der Internationalen Informatikergesellschaft hatte vor zehn Jahren eine Serie von Kongressen eingeleitet. Gefolgt waren die Vereinigung der Nachrichtentechniker, der Verband der Elektronikingenieure sowie eine ihm unbekannte Fachorganisation fĂĽr Psychoanalytiker. Eine merkwĂĽrdige Mischung, dachte Johnson und griff zum Telefon. Es dauerte eine Weile, bis er Professor Gustavsson am anderen Ende der Leitung hatte.

"Ja, natürlich, ich war dort", bestätigte dieser die Anfrage des Kollegen, hörbar verärgert darüber, wegen einer derartigen Nichtigkeit gestört worden zu sein.

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