Siemens will von zusammenwachsenden Netzen profitieren
Der Chef der neuen Sparte, Lothar Pauly, bezifferte das Wachstumspotenzial des Kommunikationsmarktes auf drei bis fĂĽnf Prozent bis 2006, mit einem Volumen von fast 260 Milliarden Euro.
Mit der Zusammenlegung seiner Festnetz- und Mobilfunksparte will Siemens vom erwarteten Marktwachstum profitieren. "Wir rechnen damit, dass dieses Marktsegment in den kommenden Monaten kräftig wachsen und im Jahr 2006 bereits 20 Prozent des Handy-Marktes ausmachen wird", sagte Lothar Pauly, designierter Chef des neuen Bereichs Communications, am Montag in London bei der Vorstellung eines neuen Handys. Der Bereich soll aus der Fusion von Festnetz- und Mobilfunksparte hervorgehen und am 1. Oktober starten.
Das neue Modell SK65 verbinde erstmals einen komfortablen Zugriff auf E-Mails wie beim PC mit klassischer Mobilkommunikation, sagte Pauly, der bislang Bereichsvorstand der Mobilfunk-Sparte ICM war. "Siemens Communications hat beste Voraussetzungen, vom Trend zur Konvergenz zu profitieren." In der zweiten Hälfte dieses Jahres wolle Siemens vier Handys auf den Markt bringen und auf diese Weise seine Position unter anderem im Oberklasse-Bereich ausbauen.
Pauly bezifferte das Wachstumspotenzial des Kommunikationsmarktes auf drei bis fĂĽnf Prozent bis 2006, mit einem Volumen von fast 260 Milliarden Euro. "Bis Ende dieses Jahres werden 1,5 Milliarden Menschen ein Mobiltelefon haben, bis 2006 werden es zwei Milliarden sein", sagte Pauly. Ăśber 260 Millionen Verbraucher wĂĽrden bis dahin BreitbandanschlĂĽsse nutzen. "Wir freuen uns darauf, eine fĂĽhrende Rolle in der Zukunft der Telekommunikation zu spielen."
Analysten hatten bereits seit längerem eine Verschmelzung von Festnetz- und Mobilfunk-Sparte gefordert. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2003/04 (30. September) hatte Siemens im Handy-Geschäft seinen Verlust ausgeweitet. Das Unternehmen selbst führte dies unter anderem auf den anhaltenden Preiskampf in der Branche zurück. Nach Einschätzung von Experten muss Siemens in den kommenden Jahren weitere Marktanteile im Handy-Geschäft erobern, um als eigenständiger Anbieter profitabel arbeiten zu können. (dpa)/ (tol)