IFPI: Globaler Musikmarkt wächst im zehnten Jahr in Folge, Vinyl seit 18 Jahren
Die weltweiten Einnahmen aus Musikaufnahmen stiegen 2024 auf 29,6 Milliarden US-Dollar. Bezahlte Streaming-Abonnements bleiben wichtigster Wachstumstreiber.
(Bild: Derick Hudson/Shutterstock.com)
Die globale Musikindustrie hat laut dem aktuellen Global Music Report 2025 des Weltverbands der Phonoindustrie (IFPI) das zehnte Wachstumsjahr in Folge verzeichnet. Die Gesamteinnahmen stiegen im Jahr 2024 um 4,8 Prozent auf 29,6 Milliarden US-Dollar.
"Die wesentliche Rolle, die Musik in so vielen Bereichen unseres Lebens spielt, zeigt sich im anhaltenden Wachstum der globalen Industrie", erklärt Victoria Oakley, CEO der IFPI. "Besonders spannend ist, dass noch großes Potenzial für weitere Entwicklung besteht – durch Innovation, neue Technologien und Investitionen sowohl in Künstler als auch in das wachsende globale Musik-Ökosystem."
Streaming-Abonnements überschreiten 20-Milliarden-Dollar-Marke
Das bezahlte Streaming-Segment bleibt laut IFPI der wichtigste Wachstumsmotor mit einem Plus von 9,5 Prozent im Jahr 2024. Die Zahl der Nutzer mit Streaming-Abonnements stieg weltweit um 10,6 Prozent auf 752 Millionen.
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Die gesamten Streaming-Einnahmen überschritten erstmals die 20-Milliarden-Dollar-Marke (20,4 Milliarden US-Dollar) und machten 69 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Zum Vergleich: Die Streaming-Einnahmen 2024 überstiegen die Gesamteinnahmen der Musikindustrie für jedes einzelne Jahr zwischen 2003 und 2020.
Während die Einnahmen aus werbefinanziertem Streaming nur moderat um 1,2 Prozent zulegten, verzeichneten die Einnahmen aus Leistungsschutzrechten mit 5,9 Prozent das vierte Wachstumsjahr in Folge und erreichten 2,9 Milliarden US-Dollar.
Gemischte Entwicklung bei physischen Medien
Nach einem starken Jahr 2023, in dem die Einnahmen aus physischen Medien um 14,5 Prozent gestiegen waren, gingen diese 2024 um 3,1 Prozent zurück. Vinyl setzte jedoch seinen Aufwärtstrend fort und wuchs um 4,6 Prozent – das 18. Wachstumsjahr in Folge für dieses Medium.
Diese Entwicklung steht im Einklang mit dem Trend in den USA, wo laut der Recording Industry Association of America (RIAA) Vinyl-Verkäufe inzwischen ein Niveau erreicht haben, das zuletzt Mitte 1984 verzeichnet wurde.
Regionales Wachstum weltweit
Alle sieben Weltregionen verzeichneten 2024 Wachstum, wobei drei Regionen sogar zweistellige Zuwachsraten erzielten:
- Der Nahe Osten und Nordafrika: +22,8 Prozent (am schnellsten wachsende Region)
- Subsahara-Afrika: +22,6 Prozent (Umsätze übersteigen erstmals 100 Millionen US-Dollar)
- Lateinamerika: +22,5 Prozent (15. Wachstumsjahr in Folge)
Die größten Musikmärkte entwickelten sich unterschiedlich:
- USA: +2,2 Prozent
- Japan: -0,2 Prozent
- Großbritannien: +4,9 Prozent
- Deutschland: +4,1 Prozent
- China: +9,6 Prozent (fünftgrößter Markt)
Europa legte insgesamt um 8,3 Prozent zu und lieferte den größten absoluten Umsatzzuwachs aller Regionen.
KI als Chance und Herausforderung
Die IFPI betont, dass Plattenfirmen die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz aktiv nutzen, um die Kreativität von Künstlern zu fördern und neue Fan-Erlebnisse zu entwickeln. Gleichzeitig warnt der Verband vor den Risiken nicht autorisierter KI-Systeme.
"Es ist sehr deutlich, dass die Entwickler generativer KI-Systeme, die urheberrechtlich geschützte Musik ohne Genehmigung der Rechteinhaber 'aufnehmen', um ihre Modelle zu trainieren, eine sehr reale und gegenwärtige Bedrohung für menschliche Kunstfertigkeit darstellen", betont Oakley.
Der Verband fordert politische Entscheidungsträger auf, Musik und Kunstschaffen zu schützen: "Wir müssen das Potenzial der KI nutzen, um menschliche Kreativität zu unterstützen und zu verstärken, nicht um sie zu ersetzen."
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(mack)