Sternentstehung im Herz der Milchstraße: Beeindruckende Aufnahme liefert Antwort

Im Zentrum der Milchstraße sind die Bedingungen eigentlich ideal für die Bildung von Sternen. Nun gibt es einen Hinweis darauf, warum dort so wenige entstehen.

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Eine große Aufnahme aus farbigen Flecken, in einem Ausschnitt nur Sterne

Groß die radioastronomische Aufnahme, der Ausschnitt zeigt das Bild vom Weltraumteleskop James Webb

(Bild: NASA, ESA, CSA, STScI, SARAO, Samuel Crowe (UVA), John Bally (CU), Ruben Fedriani (IAA-CSIC), Ian Heywood (Oxford))

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Immense Magnetfelder im Zentrum der Milchstraße sorgen offenbar dafür, dass trotz idealer Ausgangsbedingungen weniger Sterne entstehen, als man erwarten würde. Das legen nun veröffentlichte Erkenntnisse aus Beobachtungen des Weltraumteleskops James Webb nahe. Dazu gehört auch eine beeindruckende Aufnahme der Region, für die Daten des Weltraumteleskops und eines Radioteleskops auf der Erde kombiniert wurden. Im Fokus steht dabei nicht der Mittelpunkt unserer Heimatgalaxie, das supermassereiche Schwarze Loch Sagittarius A*, sondern eine gigantische Molekülwolke in dessen Umgebung und eine Region namens Sagittarius C.

Wie die US-Weltraumagentur NASA erklärt, geht es bei der Studie um die sogenannte Zentrale Molekülwolke (CMZ) im Zentrum der Milchstraße. Angesichts der dort vorhandenen großen Mengen an Gas und Staub sei zu erwarten, dass viele Sterne entstehen. Warum das nicht passiert, habe man bisher nich erklären können. Zum ersten Mal sei nun beobachtet worden, dass starke Magnetfelder eine wichtige Rolle bei der Unterdrückung der Sternentstehung spielen, erklärt der Astrophysiker John Bally. Das sei möglich gewesen, weil das Weltraumteleskop James Webb im nah-infraroten Spektrum durch die dichten Staubwolken blicken kann.

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Die Ergebnisse hat die NASA zusammen mit einer Aufnahme vorgestellt, deren Grundlage nicht nur die Daten des Weltraumteleskops bilden. Darauf ist zu sehen, wie die Region um das supermassereiche Schwarze Loch der Milchstraße für den südafrikanischen Radioteleskopverbund MeerKAT aussieht. Zu erkennen sind die Wolken aus interstellarem Staub und lang gezogene Streifen aus Gas, die von den Magnetfeldern geformt werden. In einem Ausschnitt wird deutlich, wie das JWST durch diesen Staub hindurchblicken und einzelne Sterne nachweisen kann. Vorgestellt wird die Arbeit in zwei Fachartikeln in The Astrophysical Journal.

(mho)