Preise für TFT-Panels stark gefallen

Die Preise für TFT-Panels sind seit Juli um knapp 30 Prozent gefallen. Grund sind unter anderem überfüllte Lager und eine geringere Nachfrage als erwartet.

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Die Preise für TFT-Panels sind seit Juli um knapp 30 Prozent gefallen. Grund sind zum einen die gestiegenen Produktionskapazitäten durch neue Panel-Fabriken. Zudem blieb die Nachfrage der Computerhersteller in den vergangenen Monaten deutlich hinter den Erwartungen zurück. Mit den Preissenkungen wollen nun vor allem die koreanischen und taiwanischen Panel-Hersteller ihre Lagerbestände abbauen. Ein 17-Zoll-Panel für Desktop-Monitore soll derzeit rund 230 Dollar kosten, ein 15"-Notebook-Panel etwa 240 Dollar. Da ein 17-zölliges Panel in der Produktion rund 220 Dollar kostet, würden die Hersteller ihre Displays damit fast zum Selbstkostenpreis abgeben. Im Frühjahr hat ein 17"-Panel noch knapp 300 Dollar gekostet.

Während die Panelpreise von Januar bis Juni 2004 noch um etwa 22 Prozent angezogen sind, sanken sie im Juli und August bereits um 29 Prozent. Auch im September soll es noch weiter abwärts gehen, für das Weihnachtsgeschäft hoffen die Panel-Hersteller dann aber auf weitgehend abgebaute Lagerkapazitäten und eine steigende Nachfrage, mithin auf steigende Preise. So prognostiziert das Marktforschungsinstitut DisplaySearch, dass der Umsatz im LCD-Bereich trotz der aktuellen Situation in diesem Jahr um 50 Prozent wachsen und auch im kommenden Jahr um weitere 18 Prozent auf dann 43 Milliarden Dollar steigen wird.

Die Panelüberproduktion wirkt sich laut iSupply zwar auch auf die Endpreise für LCD-Monitore aus, in den USA sei dies aber vor allem bei den ohnehin günstigen Monitoren zu spüren. Gleiches kann man auch in Deutschland beobachten: In den letzten Wochen sanken die Preise für 15- bis 19-zöllige LCD-Monitore vor allem bei den großen Discountern, während die Preisreduktionen bei den Markenherstellern weniger deutlich ausfielen. So bekommt man derzeit günstige 17"-Flachbildschirm bei MediaMarkt&Co ab 350 Euro und 19-Zöller für 450 Euro -- bis Philips, Sharp oder Sony in diese Regionen kommen, müssen die Panel-Preise wohl noch deutlich weiter runter. Von den Gesamtkosten eines LCD-Monitors entfallen zwischen 65 und 75 Prozent auf das Panel, rund 10 Prozent macht die Elektronik und das Gehäuse aus, hinzu kommen Montage- und Prüfkosten. (uk)