Dienstag: Neuer KI-Chip von Huawei, Hegseth teilt Kriegspläne mit der Familie

Huawei liefert neuen KI-Chip + Signal-Skandal weitet sich aus + Google-Prozess wird fortgesetzt + Online-Meetings ohne KI-Agenten + DHL setzt Lieferungen aus

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Nahaufnahme einer Maschine, die Chips von einem Silizium-Wafer entnimmt und auf ein Substrat aufbringt, dazu Text: DIENSTAG Huaweis KI-Chips, Signal-Skandal, Google-Prozess, EU-Kommission & DHL-Pakete

(Bild: IM Imagery / Shutterstock.com / heise online)

Lesezeit: 6 Min.
Von
  • Andreas Knobloch

Angesichts der US-Exportbeschränkungen von fortschrittlichen KI-Chips nach China, sucht Peking nach Alternativen. Laut einem Medienbericht, der sich auf anonyme Quellen stützt, plant der chinesische Techkonzern Huawei, bereits im Mai mit Massenauslieferungen seines KI-Chips 910C an chinesische Kunden zu beginnen. Der Skandal um den Austausch von geheimen Informationen zu US-Angriffen auf den Jemen in einem Gruppenchat in dem Messengerdienst Signal durch hochrangige Vertreter der US-Regierung zieht immer weitere Kreise. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth soll die Pläne über Signal auch mit seiner Frau und seinem Bruder geteilt haben. Und in den USA geht der Prozess um eine mögliche Aufspaltung des Google-Konzerns weiter – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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In dem Versuch, Chinas technologische Entwicklung einzuschränken, versuchen die Vereinigten Staaten seit Jahren, China von den fortschrittlichsten KI-Chips abzuschneiden. Der H100-Chip des US-Konzerns Nvidia zum Beispiel wurde 2022 von der US-Regierung für China verboten, bevor er überhaupt auf den Markt kam. Seit 2022 dürfen Nvidia und andere Hersteller nur noch langsame GPU-Beschleuniger nach China verkaufen. Die US-Regierung hat die Schlupflöcher, die Nvidia zunächst genutzt hatte, unter Joe Biden geschlossen. Sein Nachfolger Donald Trump verlangt nun ab sofort Lizenzen für den Export von KI-Chips nach China. Angesichts dieser Entwicklungen versucht China, in der Chipherstellung unabhängig zu werden. Der chinesische Tech-Riese Huawei könnte dabei jetzt einen Schritt weiter gekommen sein. Alternative zu Nvidia: Neuer KI-Chip von Huawei vor der Auslieferung

In Washington hat man neben dem Feindbild China noch ganz andere Probleme. In einem Gruppenchat im Messengerdienst Signal hatten hochrangige Vertreter der US-Regierung geheime Informationen zu US-Militärschlägen gegen den Jemen ausgetauscht. Offenbar konnte unabsichtlich auch der Chefredakteur des US-Magazins The Atlantic mitlesen. Der machte den Skandal öffentlich. Jetzt berichten US-Medien, dass US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die brisanten Informationen in einem weiteren Signal-Gruppenchat auch mit seiner Frau und seinem Bruder geteilt haben soll. Eine Sprecherin des Weißen Hauses beschuldigte unzufriedene Mitarbeiter des Pentagon, Hegseth in Misskredit bringen zu wollen und die traditionellen Medien zu belügen. Doch der öffentliche Druck auf Hegseth steigt. US-Verteidigungsminister teilte Militärpläne über Signal mit Ehefrau

Unter Druck steht auch der US-Suchmaschinenkonzern Google. In einem ersten Prozess um wettbewerbswidrige Geschäftspraktiken Googles entschied ein Richter, dass der Konzern eine Monopolstellung innehat und seine marktbeherrschende Stellung ausnutzt. Dabei geht es um die Internetsuche und das dazugehörige Geschäft mit der Werbung sowie die Standardeinstellung von Google als Suchmaschine, beispielsweise auf Smartphones. Das US-Justizministerium fordert deshalb die Aufspaltung des Konzerns. Zumindest das Browsergeschäft soll Google verkaufen müssen. Darüber wird nun in einem weiteren Prozess entschieden. Google hat allerdings bereits Widerstand angekündigt. Prozess um Aufspaltung Googles: Verhandlung geht weiter

In Europa wird derweil um KI-Agenten gestritten. Diese Assistenz-Tools können automatisiert komplexe Aufgaben und Fragestellungen bearbeiten und sich dabei immer wieder selbst hinterfragen und korrigieren. So können KI-Agenten auch für einen Menschen an einem Meeting teilnehmen, "mitschreiben" und die Inhalte hinterher zusammenfassen. Doch es gibt auch eine Reihe von Schwachstellen. Ob die der Grund sind, dass seit Anfang des Monats KI-Agenten bei Online-Meetings der EU-Kommission ausgeschlossen sind, ist unklar. Fest steht: Sie sind in solchen Treffen nicht weiter erwünscht. EU-Kommission verbietet KI-Agenten in Online-Meetings

Nicht verboten, aber eingestellt hat DHL die Zustellung hochwertiger Sendungen an Privatempfänger in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen begründet den Schritt mit einer Änderung der Zollbestimmungen in den USA. Seit dem gestrigen Ostermontag liefert DHL Warensendungen mit einem deklarierten Wert von über 800 US-Dollar deshalb nicht mehr an private Empfänger in den USA aus. Betroffen sind ausschließlich Sendungen von Unternehmen an Privatpersonen. DHL bezeichnet die Maßnahme als "vorübergehend". DHL setzt Lieferungen über 800 US-Dollar an Privatkunden in den USA aus

Auch noch wichtig:

  • Europa hat zwei Atomuhren ins Weltall geschickt. Die Mission soll dabei helfen, dass die Zeiger der Welt gleicher schlagen. Und auch grundlegende Annahmen von Einstein zur Schwerkraft will das Vorhaben prĂĽfen. Europa will mit Uhren im All Einstein-These testen

(akn)