GCO: Aussteller enttäuscht, Community zuversichtlich

Die zweite Leipziger "Games Convention Online" ist zu Ende. 630 Besucher aus 26 Ländern trafen sich auf der kurzfristig zur Fachausstellung gewandelten Messe. Einige Aussteller zeigten sich enttäuscht, doch es gab auch Highlights.

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Von
  • Dirk Srocke

Die zweite Games Convention Online ist zu Ende. 630 Besucher aus 26 Ländern trafen sich auf der kurzfristig zur Fachausstellung gewandelten Messe in Leipzig. Das Programm umfasste 50 Business-Talks und Panels mit 82 Experten.

Zwar wuchs die Zahl der Fachaussteller im Vergleich zum Vorjahr von 27 auf 32; durch den fehlenden Publikumsbereich schrumpfte die Veranstaltung jedoch erneut. Auch die Zahl der Messeneuheiten blieb im überschaubaren Rahmen. So stellte das Hamburger Unternehmen Gamigo die Europapremiere des Action-Strategie-Spiels (MMOG) "Mytheon" vor. Der niederländische Softwareentwickler Eximion präsentierte mit Kalydo eine Technik zur Umwandlung herkömmlicher Spiele in Browsergames.

Bereits am gestrigen Freitag Nachmittag waren zahlreiche Stände verwaist. Die meisten der noch anwesenden Aussteller machten lange Gesichter.

Schon zur Eröffnung der GCO ließ Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, Realismus durchklingen. Man wolle einen jungen, dynamischen Markt unterstützen, und stehe dabei auch zu Rückschlägen. Als Spiegelbild der Wirtschaft habe man sich komplett für Fach- und Businessnutzer aufgestellt.

Bereits am Freitag waren zahlreiche Messestände verwaist.

Diese Entscheidung kritisierten wiederum einige Aussteller. Durch wegbleibende Endkunden würde die Messe auch für Publisher zusehends uninteressanter – ein Teufelskreis.

Darum werde man im nächsten Jahr wohl nicht wieder nach Leipzig kommen, sagt ein verstimmter Orad Elkayam, Inhaber und Vice President Business Development beim belgischen Lokalisierungsdienstleister MO Group International. Kritik äußert Elkayam auch an der Informationspolitik der Messe: "Von den gestrichenen Besucherhallen haben wir erst aus dem Radio erfahren." Eine Verkleinerung der Standfläche sei trotz Nachfrage nicht möglich gewesen.

Etwas versöhnlicher gibt sich Lloyd Melnick, General Manager, International Operations beim Social-Gaming-Experten Playdom. Er sieht die kritische Masse für einen Erfolg der Veranstaltung allerdings ebenso wenig erreicht. Konkret vermisst Melnick nicht nur die sonst traditionell stark in Leipzig vertretenen Osteuropäer, sondern auch Schwergewichte wie den Branchenprimus Zynga.

Immerhin war die erstmals veranstaltete Community Manager Conference ein Glanzlicht der GCO. Die vom Two Pi Team betreute Vortragsreihe lockte bereits zur Eröffnung 100 Besucher an. Viele seien nur wegen dieser Veranstaltung nach Leipzig gereist, bestätigt Thomas Lagemann, CEO vom Two Pi Team. Man wolle die Konferenz im nächsten Jahr weiter ausbauen. Zum Veranstaltungsort befragt meinte Lagemann vielsagend: "Wenn es nach dem Herzen geht, ist es wieder Leipzig." (ghi)