World Cyber Games: Heiße Gefechte im Freizeitpark

Parallel zur diesjährigen GCO finden in Leipzig noch bis heute die World Cyber Games 2010 und die European Acer Soccer Challenge statt.

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Von
  • Dirk Srocke

Und in Leipzig wird doch gespielt! Obwohl sich die diesjährige GCO auf eine reine Fachveranstaltung beschränkte, werden im Umfeld der Messe verschiedene E-Sport-Turniere ausgetragen. Noch bis Sonntagnachmittag kämpfen 118 professionelle Spieler im Freizeitpark Belantis um vordere Plätze beim Deutschlandfinale der World Cyber Games 2010 (WCG) und um den Sieg bei der ersten European Acer Soccer Challenge. Besucher können in einer Public Gaming Area nach Herzenslust spielen.

Bei hitzigen Temperaturen blieben die E-Sportler am Samstag weitgehend unter sich.

(Bild: Dirk Srocke)

Ursprünglich für den abgesagten Publikumsbereich der GCO geplant, mussten die 250 Rechner für das Event jetzt fernab des Messegeländes installiert werden. Per Bus und Bahn reist man zwischen Neuer Messe und Belantis etwa eine Stunde. Bei Temperaturen weit über 30 Grad verirrte sich am Samstag nur wenig Laufpublikum in das für für Spieler reservierte Zelt in Belantis. Zahlreiche Computer blieben unbesetzt.

Hinter vorgehaltener Hand sprachen die Veranstalter bereits von einer bitteren Erfahrung. Im Vorfeld gab sich Thomas von Treichel, Marketing Director des Organisators Advanced Cyber GmbH, noch deutlich optimistischer und lobte den "perfekten Austragungsort": "Hier treffen wir auf ein Publikum, das Vergnügen und Unterhaltung liebt, und genau das bietet der E-Sport."

Aber nicht nur die Veranstalter haben dieses Wochenende mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen. Das sommerliche Wetter fordert auch von den Spielern höchsten Einsatz: "Die Konzentration lässt mit der Zeit deutlich nach", sagt der vorjährige WCG-Weltmeister Joshua Begehr. Um sich optimal auf den Wettkampf vorzubereiten, verzichtete der auch körperlich fit wirkende Profispieler vor den Duellen am Samstag auf jegliche Nahrungsaufnahme. Mit schwerem Magen spiele es sich schlecht, so die Begründung. Auch Koffein war tabu. Statt Kaffee gab es für Begehr nur Wasser. Der Erfolg gab dem 22-Jährigen recht: Bereits am Samstag konnte Begehr sein Ticket für das diesjährige Weltfinale in den USA lösen. Die Entscheidung fiel dabei mit 2:1 Sätzen denkbar knapp aus.

Joshua Begehr konnte sich schon am Samstag für das weltweite Grand Final der WCG qualifizieren.

(Bild: Dirk Srocke)

Die WCG bezeichnen sich selbst als olympische Spiele der PC- und Videospieler. Zu den zehn Disziplinen zählen in diesem Jahr unter anderem das Autorennen Trackmania, das Strategiespiel Starcraft und die Billardsimulation Carom 3D. Die in Leipzig ermittelten nationalen Teams reisen im Herbst nach Los Angeles, um sich dort mit Spielern aus 80 Nationen zu messen. Dann werden Preisgelder in Höhe von 500.000 US-Dollar ausgeschüttet. Bei der parallel veranstalteten Acer Soccer Challenge werden bereits dieses Wochenende Sachpreise im Wert von 5000 Euro vergeben. (bo)