Was Haie für die Gesundheit tun können

Für Surfer können Haie ziemlich gefährlich sein -- aber vom Immunsystem der Raubfische können Mediziner einiges lernen.

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Von
  • Sascha Mattke

Genaue Untersuchungen des Immunsystems von Haien könnten die medizinische Forschung voranbringen. So ist es denkbar, dass auf der Grundlage des speziellen Immunsystems der Raubfische robustere Diagnoseverfahren und effizientere Medikamente entwickelt werden. Das berichtet Technology Review aktuell.

Im August wurde eine Studie veröffentlicht, die zeigt, wie einfach das Immunabwehrsystem von Haien aufgebaut ist. Einer der Autoren, Martin Flajnik, hatte bereits 1995 entdeckt, dass in Haien die so genannten "IgNAR"-Antikörper auftreten. Wie diejenigen von Menschen erkennen diese Antikörper fremde Moleküle und binden sich an sie -- aber beim Hai sind sie viel einfacher aufgebaut, flexibler und robuster.

Therapeutische Antikörper kommen bereits heute zum Einsatz, etwa beim Kampf gegen Krebs. Die Antikörper des Hais könnten sich als leichter nachzubauendes Vorbild erweisen. Zudem sind sie widerstandsfähiger, was zwei positive Aspekte hat: Zum einen können sie auch für Biowaffen-Diagnose im freien Gelände eingesetzt werden, wo herkömmliche Tests schnell ihre Wirkung verlieren; zum anderen bauen sie sich im Körper wahrscheinlich langsamer ab, sodass Protein-Therapien künftig in längeren Zeitabständen verabreicht werden könnten.

Siehe dazu in Technology Review aktuell: (sma)