Wettertest: Drohnen erzeugen Regen mit Silberjodid
Chinesische Forscher haben von Drohnen aus Wolken mit Silberjodid geimpft, um Regen zu erzeugen. Das genaue Manövrieren der Drohnen sichert die Maßnahmen ab.
(Bild: Shutterstock/Milos Milosevic)
Wissenschaftler, die für die China Meteorological Administration (CMA) arbeiten, haben bei einem Experiment zur Wetterbeeinflussung etwa 1,1 kg Silberjodid-Pulver mit Drohnen in Wolken eingebracht und damit knapp 80.000 m³ zusätzlichen Regen erzeugt. Die Drohnen wurden verwendet, um das Silberjodid gezielter einsetzen zu können.
Das Experiment fand bereits im Juli 2023 statt, die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgte jedoch erst im April 2025 in der chinesischen Zeitschrift Desert and Oasis Meteorology, wie The China Morning Post am Sonntag berichtet. Demnach stiegen zwei mittelgroße Drohnen auf eine Höhe von 5500 m auf und setzten Silberjodid, eine Wolkenimpfstoffverbindung, über dem Bayanbulak-Grasland im Nordwesten Chinas frei. Zur Verwendung kamen dabei insgesamt 1,1 kg Silberjodid in Pulverform. Das Pulver wurde durch Hitzeerzeugung in Form von Rauch von den Drohnen aus abgegeben. Insgesamt seien vier Flüge der beiden Drohnen dafür nötig gewesen. Dabei wurden jeweils zwei Stäbe mit etwa 125 Gramm Silberjodid verteilt. Die Freisetzung der Partikel erfolgte mit 0,28 g/s.
Erhöhung des Niederschlags
Die Forscher validierten die Wirkung des Experiments zusammen mit dem Weather Modification Office von Xinjang. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass durch die Maßnahme die Niederschlagsmenge innerhalb eines Tages auf einer Fläche von 8000 km² um etwa 3,8 Prozent erhöht werden konnte. Das entspricht etwa 78.200 m³ zusätzlichen Niederschlag.
Die Größe der Regentropfen sei nach der Impfung mit dem Silberjodid von 0,46 auf 3,22 mm angestiegen. Die Auswertung von Satellitenbildern habe ergeben, dass die Wolkendecke um etwa 2,9 km angewachsen war und sich dabei um 10 Grad Celsius abgekühlt hatte.
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Die Forscher sehen die Experimente als sicher an. Durch die genaue Manövrierbarkeit der Drohnen sei es möglich, das Silberjodid gezielter abzugeben als etwa mit Flugzeugen. Dadurch ergeben sich geringere Sicherheitsrisiken. Durch den Einsatz von Drohnen können daher prinzipiell ganzjährig, dreidimensional und großangelegte Regen- und Schneeverbesserungsmaßnahmen erfolgen.
Das Wetterexperiment sei jedoch nicht das erste in China gewesen. Bereits zuvor waren ähnliche, künstlich erzeugte Wetterveränderungen etwa in Guizhou, Shanghai, Gansu und Sichuan vorgenommen worden. Langfristig wollen die Wissenschaftler damit feststellen, inwieweit sich Regen über ein Jahr besser verteilen lässt, um landwirtschaftliche Erträge zu verbessern.
(olb)