Konsolidierung bei Lieferdiensten: DoorDash kauft Deliveroo fĂĽr Milliardensumme
Der britische Lieferdienstanbieter Deliveroo wächst nicht und verlässt seit Jahren immer wieder Märkte. Nun greift der US-Konkurrent DoorDash zu.
(Bild: Clare Louise Jackson/Shutterstock.com)
Der US-Essenslieferdienst DoorDash will den britischen Konkurrenten Deliveroo für 2,9 Milliarden Britische Pfund (3,4 Milliarden Euro) übernehmen. Auf den Deal haben sich die Verwaltungsräte beider Unternehmen geeinigt, teilte DoorDash am Dienstag mit. Der Übernahmepreis bedeute einen Aufschlag von 44 Prozent auf den Aktienkurs vom 4. April, dem Tag vor Beginn der Übernahmeverhandlungen. Deliveroo war 2021 an die Börse gegangen, dort war der Preise für Anteile zuerst leicht angestiegen, bevor er 2022 zu fallen begann. Nach einem Ausgabewert von 3,4 Euro pro Aktie pendelte sich der Preis dann bei ungefähr der Hälfte ein, bis er vor der Übernahme zuletzt noch einmal leicht gestiegen ist.
Immer mehr Konsolidierung
Deliveroo mit Hauptsitz in London wurde 2013 gegründet und ist gegenwärtig noch in Großbritannien, Frankreich, Belgien, Irland, Italien, Singapur, Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiv. Aus Deutschland hat sich der Lieferdienst 2019 zurückgezogen, nachdem Lieferando gleich mehrere deutsche Konkurrenten übernommen hat. Danach hat das britische Unternehmen noch in Taiwan, Spanien, den Niederlanden, Australien und Hongkong die Geschäfte eingestellt. Angesichts der Übernahme versichert Mitgründer Will Shu nun, dass er stolz auf das Erreichte ist und man mit DoorDash einen Partner gefunden habe, der die Ziele und Werte teilt.
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Wie die Financial Times erklärt, liegt der Fokus von DoorDash selbst bislang auf den USA, Kanada, Australien und Neuseeland. Weil es da keine Überschneidung mit den Märkten gibt, in denen Deliveroo aktiv ist, gehe man in beiden Firmenzentralen davon aus, dass Wettbewerbsbehörden dem Deal nicht im Wege stehen werden. Ende 2021 hat DoorDash aber schon Wolt übernommen, der Wettbewerber expandiert seit Jahren vor allem in Zentraleuropa und ist seit 2020 auch in Deutschland aktiv. Auch hier gibt es aber keine Überschneidung. Die Übernahme sei ein weiterer Hinweis, dass im Markt für Lieferdienste aktive Unternehmen verstärkt auf Größe setzen, schreibt die britische Zeitung noch.
(mho)