SETI: Zwei unerklärliche Doppelsignale bei Suche nach Außerirdischen entdeckt

Bei der Suche nach Außerirdischen hat ein NASA-Forscher im Ruhestand "endlich" etwas entdeckt, das er nicht erklären kann. Es handelt sich um Doppelsignale.

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Kreisförmige Sternenspuren pber einem See

(Bild: Vyas Abhishek/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Ein NASA-Forscher im Ruhestand hat bei der Suche nach außerirdischer Intelligenz im Licht eines Sterns ein mysteriöses Signal entdeckt, das sich nach wenigen Sekunden wiederholt hat und dann nicht wieder aufgetaucht ist. Während der Forscher namens Richard Stanton mögliche Erklärungen verworfen hat, ist ihm in alten Aufnahmen bei einem komplett anderen Stern ein Doppelsignal aufgefallen, das dem ersten auffallend gleicht. Wegen der Stärke der beiden Funde könne sich die Ursache nicht in den Systemen der Sterne befinden, sondern müsse uns deutlich näher sein. Erklären ließen sich die Signale dem Forscher zufolge etwa durch einen gigantischen Ring im Sonnensystem, der vor den Sternen vorübergezogen ist.

Wie Stanton in einem Forschungsartikel im Fachmagazin Acta Astronautica ausführt, sucht er mit einem Teleskop am Shay Meadow Observatory in Kalifornien bei mehr als 1300 sonnenähnlichen Sternen nach Hinweisen auf intelligentes Leben. Nach Jahren habe er dabei "endlich" unerwartete Funde gemacht. Der erste Fund stammt vom Stern HD89389. Am 14. Mai 2023 hat Stantons Instrument in dessen Licht eine merkliche Aufhellung, danach eine massive Verdunkelung und erneut eine übermäßige Aufhellung festgestellt. Das ganze hat sich nach 4,42 Sekunden genauso wiederholt. Weil sich die Aufhellung und Abdunkelung in Sekundenbruchteilen abgespielt hat, scheide ein Objekt im dortigen Sternsystem als Ursache aus, erklärt der Forscher. Das müsste dafür viel zu groß sein. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass das Sternlicht zwischen den beiden Signalen in Bezug auf die Messungen davor und danach "praktisch unverändert" sei.

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Der Verlauf des Signals schließe typische Ursachen wie Flugzeuge, Satelliten, Meteore und andere Lichtblitze aus, erklärt Stanton. So verschwinde der Stern zu keiner Zeit komplett, so wie es etwa bei Durchflügen von Flugzeugen registriert werde. Außerdem hat der ehemalige NASA-Forscher signifikante Unterschiede zwischen den Lichtkurven der unterschiedlichen Farbspektren ausgemacht. Wäre das alles nicht schon rätselhaft genug, kam dann noch ein weiterer Fund hinzu. Nachträglich hat Stanton in der Lichtkurve von HD217014 ein fast deckungsgleiches Doppelsignal vom 30. September 2019 entdeckt. Lediglich die feine Struktur in den einzelnen Farbspektren fehlt. Zudem ist der Abstand mit 1,2 Sekunden deutlich kürzer. Laut Stanton ist die Pause zwischen den Signalen in beiden Fällen aber etwa 20 Mal so lange wie die einzelnen Signale selbst.

Eine Erklärung für den Fund hat Stanton nicht, er schließt in der Folge aber mehrere mögliche Ursachen aus. So sei der zweite Fund ursprünglich auf Vögel zurückgeführt und verworfen worden. Die würden aber nicht dafür sorgen, dass das Sternenlicht signifikant stärker wird. Schockwellen in der Erdatmosphäre können derartige Signale produzieren, zumindest einzeln. Durch die doppelte Doppelung fielen sie ebenfalls weg. Doppelasteroiden als Ursache hält Stanton zwar für möglich, aber angesichts der Doppelung für extrem unwahrscheinlich. Auch Gravitationswellen nennt er als mögliche Ursache, das müssten aber andere überprüfen. Schließlich verweist er noch darauf, dass Licht an geraden Linien so gebeugt werden kann, dass der Effekt die einzelnen Signale erklären könnte. Für die Doppelung müsste das verantwortliche Objekt aber jeweils zweimal vor dem Stern vorübergezogen sein.

Stanton führt in der Folge umfangreich aus, wie gut die Beugung an einem glatten Objekt seiner Arbeit zufolge zu den Lichtkurven passt. Gleichzeitig macht er Vorschläge, wie anhand der Daten zweier eng beieinander stehender Teleskope sogar die Geschwindigkeit eines Objekts ermittelt werden könnte, das solche Doppelsignale auslöst. Zum Schluss schreibt er, dass man sich einen riesigen Ring vorstellen könnte, der beim Vorüberziehen vor einem Stern ebenjene Muster erzeugen könnte: "Wenn jemals so etwas gefunden würde, würde das direkt die Frage aufwerfen, woher es stammt und wie es Millionen Jahren an Kollisionen mit anderen Objekten überleben konnte", meint er. Sollte es schneller als die Fluchtgeschwindigkeit des Sonnensystems sein, würden noch mehr Fragen folgen. Er deutet damit mindestens an, dass wir bei der Suche nach der Erklärung für den seltsamen Fund Spuren außerirdischer Intelligenz im Sonnensystem selbst finden könnten.

(mho)