Mittwoch: Microsoft kürzt Tausende Stellen, TikTok mit eigenem KI-Videogenerator
6000 Microsoft-Mitarbeiter weniger + TikTok mit AI Alive + EU prüft Satelliten-Fusion + YouTube & Co. unter EU-Beobachtung + Google-Neuigkeiten der Android-Show
(Bild: Andrey_Popov/Shutterstock.com)
Trotz Milliardengewinn und optimistischer Aussichten entlässt der US-Konzern Microsoft drei Prozent seines weltweiten Personals. Tausende verlieren ihre Jobs. Microsoft steht damit nicht allein, denn auch andere Großunternehmen streichen Stellen, während sie weiter in KI investieren. Ebenfalls in KI investiert TikTok und integriert jetzt einen KI-Videogenerator in seine App. Die Funktion heißt "AI Alive", denn Nutzer können eigene Bilder per textlicher Vorgabe zum Leben erwecken. Dabei will TikTok durch eine mehrstufige Prüfung und KI-Kennzeichnung etwaigen Missbrauch unterbinden. Derweil möchten die EU-Regulierungsbehörden herausfinden, ob Starlink ein ernst zu nehmender Konkurrent für SES und Intelsat ist – und versenden deshalb Fragebögen. Es geht um die 2,8 Milliarden Euro schwere Übernahme von Intelsat durch SES und deren Genehmigung durch die EU-Aufsichtsbehörden – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Der US-Tech-Konzern Microsoft hat mitgeteilt, weltweit drei Prozent seiner Belegschaft entlassen zu wollen. Betroffen wären demnach rund 6.000 Mitarbeiter "auf allen Ebenen, in allen Teams und in allen Regionen". "Wir setzen die organisatorischen Veränderungen fort, die notwendig sind, um das Unternehmen bestmöglich für den Erfolg in einem dynamischen Markt zu positionieren", rechtfertigte ein Microsoft-Sprecher den Schritt. Dieser kommt, nachdem Microsoft Ende April mit 25,8 Milliarden US-Dollar Quartalsgewinn bessere Ergebnisse als erwartet verzeichnet und zudem eine optimistische Prognose abgegeben hatte. Trotzdem plant der Konzern "organisatorische Veränderungen": Microsoft entlässt Tausende Mitarbeiter.
Das Videoportal TikTok führt eine neue Funktion zum Erstellen von Bewegtbildern ein. "AI Alive" erlaubt es den Nutzern, mit Unterstützung künstlicher Intelligenz (KI) aus statischen Bildern kurze Videos zu produzieren. Dabei soll sich die KI an Vorgaben halten, die ihr per Text-Prompt gegeben werden. TikTok verspricht, die per KI erstellten Videos vorab zu prüfen und entsprechend zu markieren, um sie als KI-Inhalte identifizieren zu können. Bislang ist die KI-Funktion bei TikTok ausschließlich über die "Story Camera" erreichbar und erstellt nur wenige Sekunden lange Videos. Auch verweigert die KI manche Befehle oder versteht nicht, was der Nutzer verlangt: TikTok kann mit KI aus vorgegebenen Bildern kurze Videos erstellen.
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Die EU-Kartellbehörden, die die Übernahme des luxemburgischen Satellitenbetreibers Intelsat durch den Konkurrenten SES prüfen, haben Kunden der beiden Unternehmen gefragt, ob das ultraschnelle Satelliteninternet Starlink des US-Raumfahrtkonzerns SpaceX "ein ernstzunehmender Konkurrent" für beide ist. Offenbar werden die Antworten darüber entscheiden, ob die EU-Kommission das Geschäft mit oder ohne Konzessionen genehmigt. Sollte die Kommission ernsthafte Bedenken gegen die Übernahme haben, könnte sie auch eine umfassende Untersuchung einleiten, heißt es. Als Termin für ihre vorläufige Prüfung hat die EU-Kommission demnach den 10. Juni festgelegt. Es geht um eine milliardenschwere Fusion: EU-Kommission prüft Intelsat-Übernahme durch SES.
Die EU kümmert sich derzeit daneben auch um sich die sich rasch verändernden Landschaft der audiovisuellen Medien, der EU-weite Vorschriften für Fernsehen und Dienste für Video auf Abruf Rechnung tragen sollen. Das ist die Kernbotschaft, die der EU-Ministerrat im Vorfeld der im Jahr 2026 anstehenden Novelle der Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste (AVMD) von 2018 an die EU-Kommission sendet. Die Reform soll laut den Vertretern der Mitgliedsstaaten vor allem auch den Aufstieg von Influencern, die Verbreitung von Desinformation und die zunehmende Nutzung von KI in den Blick nehmen. Die geforderte AVMD-Richtlinie soll stehen für Jugendschutz und Vielfalt: EU-Staaten wollen strengere Regeln für YouTube & Co.
Im Rahmen der gestrigen Android-Show 2025 hat Google einige Neuerungen vorgestellt, die hier kurz aufgelistet werden:
- Google hat im Zuge der Android-Show Neuerungen für Android 16 und Wear OS 6 angekündigt. Im Fokus steht dabei das große optische Redesign Material 3 Expressive. Es ist ein Redesign für Android 16 und Wear OS 6: Google frischt seine Betriebssysteme auf.
- Google bohrt sein "Mein-Gerät-finden"-Netzwerk weiter auf und tauft es in "Find Hub" um. Verlorene Gepäckstücke sollen künftig einfacher gefunden werden: Aus "Mein Gerät finden" wird "Find Hub" mit UWB-Support und Gepäck-Tracking.
- Auf Smartphones hat Gemini den Google Assistant bereits abgelöst. Mit Uhren, TVs, Datenbrillen und Autos soll es nun weitergehen: Gemini kommt auf weitere Android-Geräte und ins Auto.
- Auf der Android Show gibt Google auch einen Überblick über Sicherheitsfeatures. Neben einigen bekannten sind auch neue dabei: Mehr Sicherheit und Privatsphäre auf Googles Android Show.
- Statt klar abgegrenzter Farben Rot, Gelb, Grün und Blau setzt das neue Logo von Google auf fließende Farbübergänge: Googles neues Logo "G" mit Farbverlauf statt mit Farbblöcken.
Auch noch wichtig:
- Der Einsatz einer ITAM-Software kann helfen, Hardware und Software zu inventarisieren. Doch die Ansätze der Hersteller sind höchst unterschiedlich beim Inventar erstellen: Produkte für IT-Asset-Management in der Übersicht.
- Die Kraken3 Scout Medium soll bei militärischen Operationen unter anderem Kamikazedrohnen von See aus absetzen können. Das Boot setzt auf Hydrofoil-Technik: Schnelles autonomes Überwasserfahrzeug setzt Kamikazedrohnen ab.
- Die LegoGPT-KI wurde mit Bauplänen aus 21 Themenbereichen trainiert und kann aus dieser Datenbasis nahezu jedes erdenkliche Modell entwickeln: LegoGPT generiert Klemmbaustein-Modelle.
- Die eSchwalbe ist seit 2017 als Neuinterpretation des ostdeutschen Kult-Rollers Schwalbe unterwegs. Wie fährt sie in der frisch überarbeiteten Form? Das zeigt der Elektro-Roller Govecs eSchwalbe im Test: Eine Schwalbe für viele Sommer.
- Bei der Suche nach Außerirdischen hat ein NASA-Forscher im Ruhestand "endlich" etwas entdeckt, das er nicht erklären kann. Es handelt sich um Doppelsignale: Zwei unerklärliche Doppelsignale bei Suche nach Außerirdischen entdeckt.
- "Training Solo" hebelt Intels und ARMs CPU-Schutzmechanismen gegen Spectre-Angriffe aus. Dazu legen sie etwa den Kernel herein, denn es werden perfekt implementierte Sicherungen ausgehebelt: Spectre-Angriffe sind zurück.
- Mit dem Galaxy S25 Edge stellt Samsung ein neues Mitglied seiner High-End-Serie vor. Seine Alltagstauglichkeit muss es noch nachweisen: Galaxy S25 Edge ist das bisher dünnste Samsung-Smartphone.
- Elon Musk ist in der EU höchst umstritten – nicht nur wegen seiner Unterstützung für die AfD. Jetzt bringt eine Abgeordneten-Anfrage brisante Zahlen zutage: Elon Musk profitiert von EU-Geldern in Millionenhöhe.
- MG gehört zu den wenigen erfolgreichen chinesischen Marken in Deutschland. Mit dem MGS5 EV erscheint nun der Nachfolger des MG HS EV und macht vieles richtig. Das zeigt der Elektroauto-Fahrbericht des MG S5 EV: Erfolgsrezept aus China.
- Momentan zahlt Apple beim iPhone-Import aus China in die USA "nur" 20 Prozent Aufpreis. Der Konzern könnte das für eine allgemeine Preiserhöhung nutzen: Apple plant allgemeine Preiserhöhung für iPhone 17 – nicht nur zollbedingt.
- Die Raspberry-Pi-Entwickler haben die Fernzugriffsoftware Raspberry Pi Connect nach einem Jahr aus der Beta-Phase entlassen: Fernzugriff Raspberry Pi Connect wird erwachsen.
- OLEDs sind zu teuer und nicht beliebig skalierbar, Mikro-LEDs unbeherrschbar und selbstleuchtende Quantenpunkte unausgereift. Ein vernichtendes Urteil, oder? Es ist eine gewagte These: LCDs bleiben auch künftig die dominante Displaytechnik.
(fds)