Amazons Drohnen liefern nun auch Smartphones und andere Geräte mit Akku
Amazon konnte die US-Flugaufsicht davon überzeugen, dass auch akkubetriebene Geräte sicher mit Drohnen ausgeliefert werden können.
Eine MK30-Lieferdrohne fliegt ĂĽber einem Wohngebiet.
(Bild: Amazon)
Der Online-Händler Amazon hat seinen Drohnenlieferdienst in den USA weiter ausgebaut und darf nun akkubetriebene Geräte wie etwa Smartphones sowie Batterien per Drohnen ausliefern. Das teilte Amazon am Dienstag mit. Die US-Luftfahrtaufsicht Federal Aviation Administration (FAA) habe grünes Licht gegeben, nach dem Amazon nachgewiesen hatte, dass die Akkus während des Lieferprozesses nicht beschädigt werden.
Kunden von Amazons Prime-Air-Lieferdienste, die im Raum College Station im US-Bundesstaat Texas und im West Valley des Großraums Phoenix in Arizona leben, können nun aus 60.000 Produkten wählen, die per Drohne ausgeliefert werden. Alle diese Waren wiegen unter 2,5 kg und werden innerhalb von 60 Minuten von der Bestellung bis zur Auslieferung zum Kunden gebracht, verspricht Amazon.
Darunter befinden sich nun auch Geräte, die Akkus enthalten, sowie Batterien selbst. Beim Transport dieser Gefahrgüter sind spezielle Regeln einzuhalten, damit sie nicht beschädigt werden und beim Kunden bei der Nutzung in Flammen aufgehen. Damit das eingehalten wird, hat Amazon den Lieferprozess der Pakete abgeändert. Bisher mussten Kunden einen QR-Code an der gewünschten Abwurfstelle platzieren. Das ist nun nicht mehr nötig. Die verwendete MK30-Drohne identifiziert nun selbstständig eine geeignete Lieferzone, die sich an der korrekten Lieferadresse befindet und frei von Hindernissen ist. Amazon betont, dass das zuverlässig funktioniert und Pakete nicht versehentlich in einem Swimmingpool landen. Eine Objekterkennung sorgt zusätzlich dafür, dass Pakete nicht in der Nähe von Menschen, Tieren und weiteren Objekten abgeworfen werden.
Abwurfhöhe angepasst
Die Abwurfhöhe der Pakete hat Amazon angepasst. Pakete werden nun aus einer Höhe von knapp 4 m abgeworfen. Wie vorangegangene Tests gezeigt hätten, sei eine Beschädigung der Akkus aus dieser Abwurfhöhe weitgehend ausgeschlossen. Für den herkömmlichen Versandweg gelten für Lithium-Ionen-Akkus Richtlinien, dass ein Paket mit Akkus und Batterien Falltests aus 1,2 m Höhe überstehen können muss.
Der Bestell- und Lieferprozess sieht vor, dass Kunden etwa fünf Minuten nach der Bestellung eine Mitteilung erhalten, wann die Lieferdrohne genau eintreffen wird. Dabei werden unter anderem die Wetterbedingungen berücksichtigt, die die Flugzeit beeinträchtigen könnten. Gegebenenfalls kann die Lieferung per Drohne auch abgesagt werden, sodass Kunden sich die Ware auf herkömmliche Weise liefern lassen können.
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Amazon kämpft derzeit jedoch damit, der Warenlieferung per Drohne zum Durchbruch zu verhelfen. Viele Kundinnen und Kunden wollen den Lieferdienst nicht so recht annehmen. Bürger in College Station bemängeln etwa die Belästigungen, die durch die Drohnenlieferungen entstehen. Sie fordern von Amazon sogar, den dortigen Prime-Air-Standort aufzugeben.
(olb)