Asteroiden von der Venus könnten der Erde gefährlich werden
Die Venus beherbergt möglicherweise eine Gefahr für die Erde: Asteroiden aus ihrem Orbit können uns irgendwann nahe kommen.
(Bild: NASA/JPL)
Lauert die Gefahr bei der Venus? Um unseren Nachbarplaneten kreisen Asteroiden. Diese könnten nach einer neuen Studie eine Bedrohung für die Erde darstellen.
Derzeit seien 20 koorbitale Asteroiden der Venus bekannt, schreibt das Team um Valerio Carruba von der Universität in São Paolo. Die Studie mit dem vielsagenden Titel "The invisible threat: assessing the collisional hazard posed by the undiscovered Venus co-orbital asteroids" (Die unsichtbare Bedrohung: Bewertung der Kollisionsgefahr durch die unentdeckten Asteroiden in der Venus-Umlaufbahn) wurde bei der Fachzeitschrift Astronomy and Astrophysics eingereicht und ist als Preprint auf dem Dokumentenserver Arxiv abrufbar. "Unser Ziel ist, die mögliche Bedrohung der Erde durch die noch unentdeckten Venus-Koorbiter abzuschätzen und ihre Feststellbarkeit von der Erde aus und durch Weltraumobservatorien zu untersuchen."
Ein Venus-Asteroid gilt dann als gefährlich (potentially hazardous asteroids, PHA), wenn er einen Durchmesser von mindestens 140 Metern hat und weniger 0,05 Astronomische Einheiten (AU) – das sind knapp 7,5 Millionen Kilometer – von der Erdumlaufbahn entfernt ist. Das Problem bei den Venus-Asteroiden ist laut den Forschern, dass sie "hochgradig chaotisch" sind, "mit Lyapunov-Zeiten in der Größenordnung von 150 Jahren". Das bedeutet, dass ihre Umlaufbahn aufgrund der chaotischen Dynamik nach dieser Zeit unvorhersehbar wird.
36.000 Jahre simuliert
Das Team erstellte ein System mit verschiedenen Bahnneigungen und setzte in diese Raster 26 Asteroiden mit unterschiedlichen Bahneigenschaften. Dann simulierten sie mit diesem System 36.000 Jahre in unserem Sonnensystem im Hinblick darauf, ob einer der Asteroiden der Erde nahekommen würde.
Danach können die Venus-Asteroiden durchaus eine Gefahr für die Erde darstellen. Das Problem ist jedoch, dass es schwierig ist, sie aufzuspüren und zu beobachten: Die Venus kreist um die Sonne auf einer Bahn innerhalb der Bahn der Erde. Sie müssen also gegen die Sonne beobachtet werden.
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Das Team untersuchte, ob das Vera-Rubin-Observatorium, das in diesem Jahr in Betrieb genommen werden, dafür genutzt werden könnte. Wegen der Blendung durch die Sonne wäre das jedoch nur periodisch möglich. Beobachtungsfenster gebe es meist dann auf, wenn die Objekte der Erde am nächsten seien.
Das Team schlägt deshalb vor, die Venus aus der Nähe zu beobachten. "Wir glauben, dass nur eine spezielle Beobachtungskampagne durch Raumfahrtmission in der Nähe der Venus potenziell alle noch 'unsichtbaren' PHA unter den koorbitalen Asteroiden der Venus kartieren und entdecken könnte."
(wpl)