US-Verbraucherschützer starten Kampagne für freies digitales Fernsehen
Die Electronic Frontier Foundation will mit dem Projekt "Digital Television Liberation" eine bald geltende Vorschrift der US-amerikanischen Regulierer unterlaufen, nach der Fernseher keine Kopien in hoher Qualität zulassen dürfen.
In einem Jahr tritt in den USA eine Regelung in Kraft, nach der in den USA verkaufte Fernseher für Digital-TV so ausgestattet sein müssen, dass sich durch ein mitgesendetes Signal eine Aufnahme der empfangenen Inhalte in hoher Qualität verhindern lässt. Gegen die von der Federal Communications Commission (FCC) verordnete so genannte Broadcast Flag wehren sich in den USA seit der Entscheidung der Regulierungsbehörde Ende 2003 die Verbraucherschützer, zum Beispiel jene der Electronic Frontier Foundation (EFF). Diese haben nun das Projekt Digital Television Liberation ins Leben gerufen.
Es sei für die Verbraucher noch nicht zu spät, sich gegen die Absichten der Regulierer zu wappnen; derzeit sei es noch möglich, Personal Video Recorder (PVR) herzustellen und zu verkaufen, die digitale Kopien anfertigen können und die auch noch funktionieren, wenn die neue Regelung in Kraft tritt. Auch plant die EFF, eine Anleitung vorzulegen, die beschreiben soll, wie auch technisch Minderbegabte zu einem voll funktionsfähigen PVR kommen können.
Die so genannte "Broadcast Flag" wird vom Film-Verband MPAA gesetzt, ein Chip im Fernseher erkennt es und schaltet dann die hochwertigen Digitalausgänge inaktiv. Die EFF meint, damit würden die Verbraucher um ihr Recht gebracht, mit Medien durch Time-Shift oder durch private Kopien individuell umzugehen. "Wir wollen die High-Definition-Revolution jedem zugänglich machen", sagt EFF-Anwältin Wendy Seltzer. (anw)