Virgin bemĂĽht das Kartellamt gegen Apple
Der französische Online-Musikhandel Virgin Mega wirft Apple Konkurrenzbehinderung vor, da die Firma das Fairplay-DRM nicht lizenziere und man daher keine Musik für Apples iPod verkaufen könne.
Der französische Online-Musikhandel Virgin Mega hat das Kartellamt eingeschaltet und klagt dort auf unfairen Konkurrenzausschluss durch Apple. Begründung: Virgin könne keine Musik für Apples iPod verkaufen. Dies geht aus dem Pflichtbericht hervor, den Apple bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC abliefern musste. Nach Apples Angaben hat Virgin Mega am 28. Juni das Kartellamt eingeschaltet, weil Apple sich weigerte, seine Fairplay genannte DRM-Technik der Konkurrenz zu öffnen. Die Verhandlung vor den Pariser Kartellexperten wird im Oktober oder November erwartet.
Der zum Lagardère-Konzern gehörende Online-Shop Virgin Mega ist neben dem Angebot von Fnac und Sony einer der größten Verkaufsstellen von Musik im französischen Internet. Er ergänzt die Virgin Megastores und ist derzeit mit 300.000 lizenzierten Songs bestückt, die jeweils 1,19 Euro kosten. Zum Jahresende sollen 500.000 Songs verfügbar sein. Für die Entwicklung und Bestückung des Mitte Mai gestarteten Online-Shops hatte Virgin 30 Millionen Euro investiert.
Die traditionell guten Marktanteile von Apple in Frankreich machten dort den iPod zu einem der wichtigsten Abspielgeräte. Von diesem Markt sieht sich Virgin Mega ausgeschlossen. Ein ähnliches Begehren wie Virgin Mega hatte unlängst RealNetworks vorgetragen -- allerdings nicht unter Berufung auf das europäische Wettbewerbsrecht, mit dem die Franzosen argumentieren. Mittlerweile zanken sich Apple und RealNetworks um die Harmony genannte Technik zur Übersetzung zwischen verschiedenen DRM-Formaten, in die RealNetworks Apples Fairplay-DRM über Reverse Engineering integriert haben will. (Detlef Borchers) / (jk)