Microsoft konkurriert mit lokalen Radiosendern in den USA
MSN Radio nutzt Abspiellisten von Radiosendern, um deren Angebot nachzubilden.
In den USA regt sich Unmut über das neue Angebot von MSN Music, das vergangene Woche in die Testphase ging. Microsoft benutze die Abspiellisten von 900 lokalen Radiostationen in den USA für MSN Radio, das in MSN Music enthalten ist, berichtet San Francisco Chronicle. Microsoft wolle damit im eigenen Angebot diese lokalen Sender nachahmen, und zwar ohne Werbeunterbrechungen, wie Rob Bennett, Chef von MSN Entertainment, sein Angebot preist. Einige Radiosender sehen eine neue Front zwischen den Redmondern und ihnen eröffnet: Wenn MSN ihnen die Hörer weglockt, würden ihnen wichtige Werbeeinnahmen verloren gehen.
Microsoft erwirbt laut dem Bericht Playlists von Nielsen Broadcast Data Systems, die 1200 Radiostationen in den USA, Kanada und Puerto Rico überwachen. Die Redmonder wählen anhand der Listen Musikstücke für ihr eigenes Repertoire aus und verzichten dabei auf solche Lieder, für die sie von den Plattenfirmen keine Rechte erworben haben. Dann werden die Stücke bei MSN Radio -- in Anlehnung an bestehende Radiosender unterteilt -- per Streaming angeboten.
Auf eventuelle Markenrechtsprobleme angesprochen, habe Microsoft mitteilen lassen, dass die Verwendung der Namen von Radiosendern nur dafür gedacht ist, um auf die populärsten Künstler dort hinzuweisen. Radiosender, die nicht mit der Verwendung ihres Namens einverstanden sind, sollen sich an Microsoft wenden. (anw)