Hersteller unzufrieden: Indien lässt Überwachungskameras vor Verkauf prüfen

Während für Behörden gedachte Überwachungskameras in Indien schon seit Jahren geprüft werden müssen, gilt das seit April nun für alle. Das sorgt für Engpässe.

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Überwachungskamera von Hikvision

(Bild: Karolis Kavolelis/Shutterstock.com)

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In Indien muss seit April Hardware, Software und der zugehörige Quelltext von Überwachungskameras offengelegt werden, die Forderungen von Herstellern nach einem Aufschub sind ergebnislos verhallt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und erklärt, dass davon auch Motorola und Bosch betroffen sind. Grund für die Vorgabe sind demnach auch Sorgen über Technik aus China, die ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte. Die Vorgaben gelten demnach für alle Überwachungskameras mit Internetverbindung, die nach dem 9. April hergestellt oder importiert wurden. Die vorgeschriebenen Kontrollen stellen demnach inzwischen einen merklichen Flaschenhals dar.

Laut dem Bericht beschweren sich die Herstellerfirmen unter anderem über fehlende Kapazitäten für die vorgeschriebene Prüfung. Reuters hat ermittelt, dass die dafür zuständige Behörde über insgesamt 15 Labore verfügt, die gleichzeitig 28 Anträge prüfen können. Jeder Antrag kann demnach bis zu 10 verschiedene Modelle umfassen. Insgesamt sind demnach 342 Anträge anhängig, 237 davon gelten als neu. Von den 142 Anträgen, die davon allein seit Inkrafttreten der Neuregelung Anfang April eingegangen sind, seien lediglich 35 abgeschlossen. Nur einer davon stamme von einer Firma aus dem Ausland.

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Die drastische Maßnahme ist laut einem anonymen Beamten zumindest partiell eine Reaktion auf Befürchtungen, dass chinesische Technik zur Spionage benutzt wird. Indien müsse kontrollieren, was in den Geräten verbaut wird und welche Computerchips benutzt werden. Für Besorgnis habe außerdem ein Vorfall im Libanon gesorgt, als präparierte Pager offenbar gezielt aus der Ferne zur Explosion gebracht wurden, zitiert Reuters die Quelle. Danach habe festgestanden, dass man schnell aktiv werden müsste. Wegen der massiven Kontrollen sind unterdessen die Geschäfte mit Überwachungskameras teilweise merklich eingebrochen, berichtet die Nachrichtenagentur noch unter Berufung auf einen Händler.

(mho)