ChatGPT Plus für alle: Angebliches Geschenk offenbar Falschmeldung

Die Vereinigten Arabischen Emirate schenken angeblich allen Einwohnern einen Premium-Zugang zu ChatGPT, berichten Medien. Doch das ist offenbar eine Ente.

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ChatGPT-App auf einem Smartphone

(Bild: Tada Images/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Es scheint eine Falschmeldung zu sein: Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen angeblich alle Einwohner des Landes mit einem kostenlosen Zugang zur Premium-Version von ChatGPT ausstatten. Die Initiative sei Teil der KI-Strategie der Emirate und mit dem Stargate-UAE-Projekt verknüpft, heißt es in Medienberichten. Vor kurzem hatten OpenAI und die Emirate eine Partnerschaft verkündet. Eine offizielle Bestätigung dafür, dass es deshalb auch einen Premium-Zugang für alle geben soll, gibt es jedoch nicht.

Die in Dubai erscheinende Tageszeitung Gulf News geht davon aus, dass es ein Missverständnis bei Verlautbarungen anlässlich der kürzlich verkündeten Zusammenarbeit zwischen OpenAI und den Emiraten gegeben hat. Darin hieß es nämlich seitens OpenAI, dass es einen landesweiten Zugang zu ChatGPT geben soll – nicht aber, dass jeder Einwohner einen persönlichen Premium-Account bekommt. Die Publikation geht davon aus, dass ChatGPT durch die Kooperation in öffentliche Plattformen einfließt, in Regierungs-Apps, in die Arbeit von Schulen und Gesundheitsorganisationen. Einen Plus-Account für alle Bürger erwartet sie aber nicht.

ChatGPT Plus kostet normalerweise 20 US-Dollar pro Monat und bietet Zugang zu OpenAIs neuesten Modellen, schnellere Antwortzeiten und bevorzugte Verfügbarkeit bei hoher Serverauslastung.

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Die Berichte über eine angeblich kostenlose ChatGPT-Plus-Bereitstellung stehen in Zusammenhang mit dem Stargate-UAE-Projekt in Abu Dhabi. Dort entsteht derzeit ein KI-Rechenzentrum mit einem 1-Gigawatt-Rechencluster. Die erste Phase mit 200 Megawatt soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Die Emirate wollen sich als globales KI-Zentrum etablieren und die digitale Transformation in der Region vorantreiben. Dazu haben sie in den vergangenen Jahren bereits mehrere milliardenschwere KI-Investitionen getätigt.

Mit der Fertigstellung könnte dann auch der Plus-Account für alle kommen, heißt es in den zweifelhaften Medienberichten. Skepsis ist auch deshalb angebracht, weil unklar bleibt, wie genau die Verteilung der Accounts funktionieren soll. Zwar ist nicht auszuschließen, dass die Emirate vielleicht damit liebäugeln, den Termin mit einer großen symbolischen Geste zu verknüpfen. Offiziell bestätigt ist davon bislang allerdings nichts.

(mki)