Neue Techniken zeigen Sonnenoberfläche in bislang unerreichter Detailschärfe

Detailaufnahmen der Sonnenkorona wurden bislang von Turbulenzen in der Erdatmosphäre erschwert. Eine adaptive Optik ermöglicht nun, diese auszugleichen.

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Detailaufnahme der Sonnenoberfläche in pinken Farben

Eine Protuberanz

(Bild: Schmidt et al./NJIT/NSO/AURA/NSF)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Ein Forschungsteam aus den USA hat dank einer adaptiven Optik die bislang detailliertesten Aufnahmen der Sonnenkorona gemacht und einige davon jetzt veröffentlicht. Mehrere kurze Videosequenzen zeigen komplexe Strukturen in ständiger Bewegung und auch "koronalen Regen", der bogenförmig entlang von Magnetfeldern auf die Oberfläche herabfällt. Die dafür genutzte Technik habe das Potenzial, die Erforschung der Korona zu revolutionieren und könne an Sonnenobservatorien in aller Welt eingesetzt werden. Damit beginne eine neue Ära für die Erforschung der Sonnenphysik, mit vielen weiteren Entdeckungen, ist sich das Team sicher.

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Wie das National Solar Observatory (NSO) erklärt, wurde die Erforschung der Sonnenkorona von der Erdoberfläche aus bislang von Turbulenzen in der Erdatmosphäre behindert. Die sorgen dafür, dass die Aufnahmen nie richtig scharf sein konnten. Wie auch in anderen Bereichen der Astronomie, kann adaptive Optik dabei Abhilfe schaffen. Dafür wird in diesem Fall ein Spiegel eingesetzt, der die Auswirkungen dieser Turbulenzen ausgleichen kann und dafür 2200 Mal pro Sekunde verformt wird. Auch bei der Erforschung der Sonne sei solche Technik schon zum Einsatz gekommen, bislang stagnierte die damit erreichte Schärfe aber und es konnten nur Strukturen von 1000 km Länge aufgelöst werden. Die neue Technik schraube das nun auf 63 km.

Detaillierteste Aufnahmen der Sonnenkorona (5 Bilder)

(Bild:

Schmidt et al./NJIT/NSO/AURA/NSF

)

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Alle jetzt öffentlich gemachten Bilder und Videosequenzen zeigen surreal anmutende Landschaften auf der Sonne, was auch an der künstlichen Kolorierung liegt. Die basiere aber auf den Signalen, die für die Arbeit ausgewertet wurden. In diesem Fall bedeuten dunklere Farben außerdem eine größere Helligkeit. Vorgestellt wird die Arbeit in einem wissenschaftlichen Artikel im Fachmagazin Nature Astronomy. Das Forschungsteam arbeitet derweil bereits daran, die Technik am größten Sonnenteleskop der Welt zu installieren. Damit ausgerüstet, werde das Daniel K. Inouye Solar Telescope auf Hawaii noch feinere Details ausmachen können, ist das Team sich sicher.

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Die Veröffentlichung der beeindruckenden Aufnahmen der Sonnenkorona erfolgte in dieser Woche nur wenige Tage, nachdem das bislang am höchsten aufgelöste Foto von Sonnenflecken vorgestellt wurde. Das wurde mit einem neuen Kamerasystem am Vakuumturmteleskop (VTT) des Observatorio del Teide auf Teneriffa aufgenommen, erklärt das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam. Auch hier sorgt neu entwickelte Technik dafür, dass die Störungen durch die Erdatmosphäre ausgeglichen werden und die theoretisch mögliche Auflösung des Instruments erreicht wird. Ein Vergleich zeigt die Unterschiede zwischen den Fotos mit und ohne die neue Technik.

Rechts die Aufnahme eines Sonnenflecks mit der neuen Technik

(Bild: R. Kamlah et al. 2025)

(mho)