US-Bundesstaaten klagen gegen 23andMe-Verkauf
Eine Reihe von US-Bundesstaaten klagt gegen den Verkauf von 23andMe und deren DNA-Daten. Ein Verkauf sei nur akzeptabel mit dem Einverständnis der Kunden.
(Bild: Tada Images/Shutterstock.com)
Der Verkauf des Genanalyse-Unternehmen 23andMe geht möglicherweise in die zweite Runde, nachdem Gründerin und Ex-Chefin Anne Wojcicki ein neues Angebot für ihr ehemaliges Unternehmen abgegeben hat. Eine Klage bringt weitere Unsicherheit in den Verkauf.
27 US-Bundesstaaten und der District of Columbia haben beim Insolvenzgericht in Missouri Klage gegen das Unternehmen eingereicht. Die Kläger wollen erreichen, dass die genetischen Daten der rund 15 Millionen Kunden von 23andMe nicht ohne deren Wissen oder Zustimmung verkauft werden dürfen. Wenn nicht jeder Kunde die Einwilligung gibt, dann ist es nach Ansicht der Kläger möglich, dass die Informationen nicht verkauft werden dürfen.
Die Kläger führen an, dass Daten wie das Erbgut, biologische Proben, Krankenakten und andere Gesundheitsdaten sehr privat und deshalb schützenswert seien. Das Gericht solle entscheiden, ob der Schuldner 23andMe das Recht hat, diese Daten zu verkaufen und an einen beliebigen Käufer zu übergeben, "ohne vorher die ausdrückliche und informierte Zustimmung jedes Kunden einzuholen", heißt es in der Klageschrift.
"Das sind nicht einfach nur Daten – es ist Ihre DNA. Sie ist persönlich, dauerhaft und zutiefst privat", sagte Dan Rayfield, Generalstaatsanwalt von Oregon. "Als die Menschen ihre persönlichen Daten an 23andMe übermittelten, dachten sie nicht, dass ihr genetischer Bauplan später an den Meistbietenden verkauft wird."
23andMe hält den Verkauf für zulässig
23andMe hält die Klage für unbegründet. Der Verkauf sei nach geltendem Recht und nach den Datenschutzrichtlinien zulässig, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens, die der New York Times vorliegt. "Die Kunden werden beim erfolgreichen Bieter weiterhin die gleichen Rechte und den gleichen Schutz haben."
23andMe wurde 2006 von Wojcicki, damals Ehefrau von Google-Gründer Sergey Brin, sowie Linda Avey und Paul Cusenza gegründet. Das Unternehmen analysiert DNA-Proben seiner Kunden auf die Veranlagung für bestimmte Krankheiten oder Merkmale sowie auf ihre Abstammung. In diesem Frühjahr meldete das Unternehmen Insolvenz an. Das war die Spätfolge eines Datenlecks im Herbst 2023, als Kriminelle DNA-Daten von knapp sieben Millionen Kunden erbeuteten und im Darknet zum Verkauf anboten. Eine Sammelklage endete in einem Vergleich.
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Danach verlor 23andMe an Wert, der Aktienkurs fiel 2024 um 75 Prozent. Am Ende war das Unternehmen insolvent und wurde versteigert. Den Zuschlag erhielt im Mai das US-Biotechnologie-Unternehmen Regeneron, das 256 Millionen US-Dollar für das Kerngeschäft von 23andMe bot. In der vergangenen Woche wurde jedoch bekannt, dass es eine weitere Bieterrunde geben wird. Wojcicki und die von ihr gegründete Forschungseinrichtung TTAM wollen ein neues Gebot abgeben, um 23andMe zu kaufen.
(wpl)