MBDA will gĂĽnstige Kamikaze-Drohne mit 500 km Reichweite in Massen herstellen

Die Kamikaze-Drohne One Way Effector vereint mehrere Vorteile: Sie ist reichweitenstark, preiswert und kann schnell in Massen produziert werden.

vorlesen Druckansicht 302 Kommentare lesen
Mehrere One Way Effector in der Luft

Das Bild zeigt die One-Way-Effector-Drohne im Schwarm in einem fiktiven Angriffsszenario (Rendering).

(Bild: MBDA (Screenshot))

Lesezeit: 2 Min.
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Der europäische Rüstungskonzern MBDA (Matra BAe Dynamics Aérospatiale) hat auf der Paris Air Show 2025 eine preisgünstige Kamikaze-Drohne mit einer maximalen Reichweite von 310 Meilen (umgerechnet knapp 500 km) vorgestellt. Die als One Way Effector bezeichnete Drohne ist damit für Langstreckenmissionen geeignet und soll massenhaft produziert werden.

Viel ist über die One-Way-Effector-Drohne, die sich selbstständig auf feindliche Ziele stürzen soll, zunächst nicht bekannt. Sie besitzt ein Düsenstrahltriebwerk und wird mit einem 40 kg schweren Sprengkopf ausgestattet sein. Sie soll von einer Rampe oder aus einem Hangar heraus gestartet werden können. Damit soll die Drohne feindliche Ziele in bis zu knapp 500 km Entfernung bekämpfen können.

Ziel ist es, mit Massen dieser Kamikaze-Drohne die feindliche Luftabwehr zu überfordern. Die Ressourcen des Feindes sollen so erschöpft werden, um dessen Luftabwehr dann einfacher zu zerstören. Zudem sollen die Drohnen dazu verwendet werden, um die gegnerische Luftabwehr besser lokalisieren zu können. Andere, reichweitenstarke Systeme könnten mit diesen Informationen die Luftabwehr dann gezielt bekämpfen, schreibt MBDA in einer Mitteilung.

Die Entwicklung der Kamikaze-Drohne ist noch jung. Erst im Dezember 2024 wurde damit begonnen. Beteiligt sind neben MBDA ein Drohnenhersteller und ein "französischer Industrieakteur aus der Automobilbranche", wie MBDA etwas kryptisch formuliert. Dabei handelt es sich um den Automobilhersteller Renault.

Renault soll auch dabei helfen, den One Way Effector in Massen herzustellen. Geplant ist ein monatlicher Ausstoß von 1000 Drohnen. Die hohe Produktionsrate sei deshalb möglich, weil das Design einfach gehalten ist und schnell produziert werden kann. Das hält zudem den Preis gering. Genaue Angaben zu den Kosten pro Drohne macht MBDA allerdings nicht.

Videos by heise

Eine erste Testdemonstration des One Way Effector ist bereits fĂĽr Herbst 2025 geplant. Bis zur Produktion kann es allerdings noch etwas dauern. Nach derzeitigem Planungsstand sollen erste Exemplare der Kamikaze-Drohne bis 2027 hergestellt werden.

(olb)