WhatsApp führt KI-Zusammenfassungen von Chats ein – zuerst in den USA

WhatsApp erweitert die KI-Funktionen: Fortan können Nutzer Zusammenfassungen verpasster Nachrichten mittels Meta AI erstellen lassen – zunächst in den USA.

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WhatsApp Message Summaries

WhatsApp führt "Private Message Summaries" ein.

(Bild: WhatsApp)

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Die nun angekündigte WhatsApp-Funktion Nachrichtenzusammenfassungen (Message Summaries) soll Nutzern dabei helfen, eine Flut neuer ungelesener Nachrichten in Chats schneller zu erfassen. Laut WhatsApp richtet sich die Funktion etwa an Nutzer, die zu viele Chats haben, oder verpasste Nachrichten nach einem Besprechungsmarathon oder nach einem Flug ohne WLAN aufholen wollen, ohne den kompletten Chatverlauf lesen zu müssen.

Laut Meta wird künftig über jedem Chat – zunächst in den USA – ein Button integriert, mit der die neue Zusammenfassungsfunktion ausgeführt werden kann. Wer auf den Zusammenfassungs-Button tippt, kann sich eine kurze Übersicht mit allen Informationen aus den ungelesenen Nachrichten ausgeben lassen. Hierfür werden die neuen Nachrichten allerdings zunächst an Metas Server übermittelt, wo sie zusammengefasst und das Ergebnis im Anschluss an den Client zurück übermittelt wird.

WhatsApp soll künftig verpasste Nachrichten mit einem Knopfdruck mittels KI zusammenfassen.

(Bild: WhatsApp)

Für die neue Funktion nutzt der Konzern eine selbst entwickelte "Private Processing Technologie", die es Meta AI ermögliche, "eine Antwort zu generieren, ohne, dass Meta oder WhatsApp jemals Ihre Nachrichten oder die privaten Zusammenfassungen sehen", heißt es dort. Ferner sollen auch die Chat-Teilnehmer nicht sehen können, dass Nutzer ungelesene Nachrichten mittels KI zusammengefasst haben. Dies könnte jedoch im Widerspruch zu dem eigenen Transparenzanspruch stehen, den Meta an sich in dem Whitepaper zu "Private Processing" stellt: "Wir müssen Transparenz liefern, wenn unsere Funktionen Private Processing nutzen. Sofern Private Processing eingesetzt wurde, wird das deutlich angezeigt, um Nutzer zu informieren."

WhatsApp erklärt zudem, dass die Verwendung der Funktion der Nachrichtenzusammenfassungen optional und standardmäßig deaktiviert sei. Nutzer können selbst entscheiden, ob sie das Feature verwenden möchten oder nicht. Zudem sollen Nutzerinnen und Nutzer der "Advanced Chat Privacy"-Funktion auswählen können, welche Chats für KI-Funktionen freigegeben werden können und welche zwischen den Konversationsteilnehmern verbleiben.

Meta scheint bei der "Private-Processing"-Funktion einen ähnlichen Ansatz wie Apple bei seinem KI-Paket Apple Intelligence zu wählen, die der iPhone-Bauer "Private Cloud Compute" nennt.

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Wie der Konzern erklärt, wird für die private KI-Zusammenfassung eine Sitzung mit einem Cloud-Server aufgebaut – anonymisiert durch Oblivious HTTP (OHTTP) über Drittanbieter-Zwischenstationen. Die Session soll der Erläuterung zufolge mit einem temporären Schlüssel verschlüsselt sein, auf den "Meta und WhatsApp keinen Zugriff haben"; nur das Endgerät und die Private-Processing-Server können ihn demnach nutzen: Meta betont, dass "niemand außer dem Gerät des Nutzers oder den ausgewählten TEEs (Trusted Execution Environment)" die Anfrage entschlüsseln könne.

Dem müssen Nutzerinnen und Nutzer erst einmal vertrauen. Das erschwert das kürzlich bekannt gewordene Ausspähen von Nutzern durch Tracking-Pixel von Meta jedoch deutlich.

(afl)