BSA: 30 Prozent aller Software in Deutschland sind Raubkopien
Laut der Business Software Alliance liegt die durchschnittliche Rate von illegal eingesetzter Software bei 36 Prozent; weltweit gebe es wegen Raubkopien einen Umsatzausfall von 29 Milliarden Euro.
Die Business Software Alliance (BSA) hat heute in München die aktuelle Software-Pirateriestatistik vorgestellt. Die BSA ist eine Vereinigung von Software-Firmen, der unter anderem Adobe, Apple, Autodesk, Borland, Macromedia, Microsoft, Intel und IBM angehören; die Organisation tritt immer wieder mit ihren Aktionen gegen nicht lizenzierte Software an die Öffentlichkeit und unterstützt die Strafverfolger tatkräftig beim Vorgehen gegen gewerbsmäßige Software-Raubkopierer.
DurchgefĂĽhrt wurde die Raubkopieanalyse dieses Jahr zum ersten Mal von IDC. Diese weitete die Softwaregrundlage auf ein breiteres Spektrum aus: Neben Business-Software wurden nun auch Betriebssysteme und Unterhaltungssoftware in die Untersuchung aufgenommen.
Die in der Software-Pirateriestatistik gewohnte Zahlenflut fĂĽhrt dank der hinzugekommenen Sparten einen weltweiten Gesamtausfall des Umsatzes von 29 Milliarden Euro auf, an denen Deutschland mit 1,7 Milliarden beteiligt ist. Software im Wert von 80 Milliarden US-Dollar sei im vergangenen Jahr weltweit auf Rechnern eingesetzt worden; davon sei lediglich Software im Wert von 51 Milliarden US-Dollar legal gekauft worden.
IDC geht von einer Rate der illegal eingesetzten Software in Deutschland von 30 Prozent aus, das damit unter dem Schnitt von 36 Prozent liegt. In der weltweiten Top 20 können lediglich China und Russland mit Piraterieraten von 92 beziehungsweise 87 Prozent nennenswerte Schäden in Milliardenhöhe erreichen, andere Länder der "Spitzengruppe" haben schlicht zu wenig Gesamtumsatz. Die mit 22 Prozent relativ geringe Quote in Nordamerika führt die BSA auf das größere Bewusstsein für geistiges Eigentum zurück, das dort herrsche. Den direkten Vergleich zu den vorjährigen Statistiken, die von der IPR mit durchgeführt wurden, möchte die BSA auf Grund der veränderten Methodik nicht wagen.
Im Rahmen der heutigen BSA-Konferenz übergab die Allianz die aktuelle Pirateriestatistik an den bayrischen Staatsminister Erwin Huber, der die staatliche Rolle im Kampf gegen die Kriminalität der Raubkopierer betonte: "Softwarepiraterie vernichtet alte und verhindert neue Arbeitsplätze", erklärte Huber, "die Marktwirtschaft kann ihre Früchte nur entfalten, wenn das Eigentumsrecht gewährleistet ist -- und dazu gehört das geistige Eigentum." Huber betonte die Gesprächsbereitschaft der bayerischen Staatsregierung, bei Bedarf "gesetzliche Grundlagen weithin auszubauen und zu verbessern". Die BSA selbst will gegen die Piraterie weiterhin auf straf- und zivilrechtliche Verfolgung, aber auch auf den "kritischen Dialog mit Endanwendern und Firmen" setzen. (rme/c't) / (jk)