Japanische Autobauer planen Standard für Automotive-Software

Mit der Plattform JASPAR wollen Toyota und Nissan eine offene Systemumgebung in der Automobilelektronik fördern -- und eine Menge Geld sparen.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Die japanischen Automobilhersteller Toyota und Nissan wollen künftig gemeinsam einen internationalen Standard für Automotive-Software entwickeln. Ähnlich der europäischen Initiative AUTOSAR (Automotive Open System Architecture), an der sich Unternehmen wie BMW, DaimlerChrysler, Volkswagen, Bosch und Siemens VDO beteiligen, soll mit JASPAR (Japan Automotive Software Platform and Architecture) eine offene Systemumgebung in der Automobilelektronik gefördert werden.

Im Vordergrund stehen bei Toyota und Nissan zunächst aber vor allem Kostensenkungen: Nach einer Studie des japanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) geben inländische Automobilbauer und -zulieferer jährlich etwa 915 Millionen US-Dollar allein für Software-Entwicklungen aus. Bis zum Jahr 2014 soll diese Summe auf bis zu zehn Milliarden US-Dollar steigen. "Durch die Zusammenarbeit können wir eine Menge Geld in Bereichen sparen, in denen wir keine direkten Konkurrenten sind", erläuterte ein Nissan-Sprecher; eine konkrete Zahl wollte er allerdings nicht nennen.

Das europäische Pendant AUTOSAR will bis 2008 eine einheitliche Middleware-Architektur etablieren, auf der grundlegende Systemfunktionen im Fahrzeug wie Motor- und Karosserieelektronik sowie Multimedia- und Telematiksysteme aufbauen. Die Schnittstellen sollen später bei allen Herstellern und Lieferanten des AUTOSAR-Konsortium identisch sein. Autofahrern verspricht das Konsortium stabilere IT-Systeme im Fahrzeug mit geringeren Ausfallquoten. (pmz)