Olympia-Datenbanken im Internet

Im Internet gibt es diverse Fundstellen fĂĽr Sportfreunde, die zum Beispiel gerne Medaillenstatistiken betrachten.

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  • Christian Röwekamp
  • dpa

Während der Olympischen Spiele, die am 13. August in Athen beginnen, ist Expertenwissen gefragt. Zum Beispiel wenn darüber gestritten wird, wie viele Goldmedaillen der Schwimmer Michael Groß 1984 aus Los Angeles mitnahm oder ob nun die Bundesrepublik oder die DDR 1976 in Montreal die Leichtathletik-Sprintstaffel der Frauen gewonnen hat. Zwar wissen die Fernsehkommentatoren viel und erzählen es auch, doch die Fragen, die ihr Publikum gerade beschäftigen, können sie ja nicht ahnen. Auch gedruckte Nachschlagewerke sind oft nicht rasch greifbar. Abkühlung für die heiß geredeten Köpfe kann dann eine Recherche im Internet bringen: In mehreren Datenbanken sind Olympia-Statistiken verfügbar.

Besonders ausführlich ist der Bestand auf der Seite des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig (IAT). Dort sind neben den Olympischen Spielen seit 1896 auch Ergebnisse von Welt- und Europameisterschaften zu finden. Insgesamt stehen Daten zu 65.448 Sportlern und 7882 Entscheidungen zum Abruf bereit. Zu finden sind im "Sponet Ergebnis-Finder", der auf der Webseite in der Rubrik "Datenbanken" steht, dabei nicht nur die Medaillengewinner, sondern in der Regel auch alle anderen Teilnehmer eines Endlaufs oder -kampfes. Auch welche deutschen Sportler auf dem Weg ins jeweilige Finale ausgeschieden sind, lässt sich erfahren.

Wer mehr sucht als die nackten Ergebnisse früherer Jahre, kann zum Beispiel zu Olympia-Lexikon.de surfen. Die Seite des Verlags Wissen digital in München erklärt für alle Olympischen Spiele zum Beispiel, welche Disziplinen jeweils neu hinzukamen, wie am Ende der Medaillenspiegel aussah sowie wer die Stars und wer die Flops der Wettkämpfe waren. Hier lässt sich etwa lernen, dass Hallenhandball seit 1972 olympisch ist oder dass neun von zwölf Medaillen, die seit 1988 im 3000-Meter-Hindernislauf vergeben wurden, an Kenianer gingen. Die umfangreiche Sportler-Datenbank reicht vom norwegischen Skiläufer Kjetil Aamodt bis zum 1988 erfolgreichen DDR-Boxer Andreas Zülow.

Das Olympia-Lexikon ging kurz vor den Winterspielen 2002 in Salt Lake City online, sagt Thomas Bolzen von Wissen digital. Wie damals, wird die Seite auch während der Spiele im August in Athen täglich aktualisiert. Bunte Geschichten über die Stars werden aber nicht zu lesen sein: "Wir sind ein Lexikon, keine Nachrichtenseite."

Wer während der Tage von Athen über das Geschehen in den Stadien und hinter den Kulissen auf dem Laufenden bleiben will, wird ohnehin im Web die Qual der Wahl haben. Sport- und andere aktuelle Portale werden rund um die Uhr berichten. Informationen zum deutschen Team stellt das Nationale Olympische Komitee (NOK) ins Netz, das Internationale Olympische Komitee ist unter Olympic.org zu finden. Daneben gibt es noch eine offizielle Website der kommenden Spiele in Athen.

Hinzu kommt aber das Online-Engagement von Sport-Enthusiasten: Unter Olympia.de wird zum Beispiel der Verlag Edition.de aus Felde bei Kiel Nachrichten, Termine, Ergebnisse, Unterhaltung und Gewinnspiele anbieten -- "und zwar von Fans für Fans", wie es Niklas Doose als Verantwortlicher für die Seite ankündigt. Der einprägsame Domainname gehört dem Verlag bereits seit Mai 1996. In diesem Jahr kommt die Adresse zum fünften Mal während Olympischer Spiele zum Einsatz.

Drei Monate lang soll die Athen-Ausgabe online bleiben und "Erlebnisse und Ergebnisse der deutschen Stars in den Mittelpunkt stellen". Datenbanken mit den Gewinnern und Geschlagenen frĂĽherer Spiele sind aber nicht geplant. "Es gibt so viele fleiĂźige Sammler da drauĂźen, da brauchen wir das nicht auch noch anzubieten", sagt Doose.

Einer dieser "fleißigen Sammler" ist Wolfgang Rohde aus Potsdam, der seit Juni 1999 mit Olympia-Statistik.de online ist. Über mehrere Jahre hinweg hatte der heute 69-Jährige sein Datenmaterial zusammengetragen und auf seinem PC gespeichert. "Und dann kam mein Sohn und sagte: Das muss ins Internet", erinnert er sich. Auch hier gibt es alle Ergebnisse und Medaillenspiegel seit 1896 sowie kurze Sportlerporträts. Dazu kommen aber auch einige Extras, zum Beispiel eine Liste aller deutschen Fahnenträger bei den Eröffnungsfeiern und die offiziellen Logos und Plakate der bisherigen Austragungsorte.

Wolfgang Rohde liest alles rund um den Sport, was er in die Finger bekommt, um immer auf dem Laufenden zu bleiben. "Wenn mal einer wegen Dopings eine Medaille aberkannt bekommt, dann muss das ja auch auf der Homepage geändert werden." Auch die Wochen der Spiele in Athen wird der Rentner mit Zettel und Stift in der Hand vor dem Fernseher verbringen: "Wenn um 12.00 Uhr eine Medaille vergeben wird, steht das um 13.00 Uhr auf der Homepage." Nur seine Lieblingssportart wird Rohde nicht zu sehen bekommen -- Sumo ist nicht olympisch. (Christian Röwekamp, dpa) / (anw)