Push-to-Talk-Expedition in Ă–sterreich

Im Mobilfunk-Dorado Ă–sterreich hat der Siegeszug von Push-to-Talk begonnen -- sogar in einer TV-Show.

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Zur CeBIT orakelte Motorola vom Durchbruch für einen neuen Mobilfunk-Service namens "Push to Talk" (PTT oder P2T) im Jahr 2005. Zumindest im Mobilfunk-Dorado Österreich dürfte der Hersteller Recht behalten. Die auch als "Push to talk over Cellular" (PoC), "Push and Talk" (Siemens-Bezeichnung) oder "Instant Talk" (Ericsson) bezeichnete Technologie, bei der durch Drücken einer Taste am Handy sofort eine Halbduplex-Sprechverbindung zu einer beliebigen Anzahl von Gegenstellen aufgebaut wird, steht bereits jetzt im Zentrum der Aufmerksamkeit. Am morgigen Montag soll die Kommunikationsmethode sogar in der Reality-TV-Sendung Expedition Österreich zum Einsatz kommen. Mehrere Hersteller bieten bereits Netz-Hardware für Push to Talk an, die Spezifizierung der technischen Details im Rahmen der Open Mobile Alliance und des 3GPP-Forums soll bis Jahresende abgeschlossen sein. Danach dürften die europäischen Netzbetreiber in größerer Zahl zugreifen und P2T-Dienste einführen.

In Österreich ist der Netzbetreiber One Vorreiter in Sachen P2T, seit Anfang Juli laufen Feldversuche. Derzeit werden weitere Unternehmen, Studentenvereinigungen, Sportvereine und ähnliche abgrenzbare Kundengruppen ausgewählt, die nach Art und Weise von CB-Funkern kommunizieren sollen. Ihr tatsächliches Nutzungsverhalten soll beobachtet werden, um schließlich ein allgemein verfügbares Endkundenprodukt am Markt platzieren zu können. One sieht unter seinen rund 1,5 Millionen Kunden ein gegenwärtiges Potenzial von 35.000 Nutzern, die bereits ein Nokia-Handy mit PTT-Option verwenden. Dazu zählen das Nokia 5140, das bereits ab Werk mit PTT ausgestattet ist, aber auch eine Reihe weiterer Series-60-Geräte des finnischen Lieferanten (etwa 6600, 6170, 6620, 6630, 7610), für die es bereits entsprechende Clients gibt. Hinzu kommen Smartphones anderer Hersteller, für die Push-to-Talk-Software verfügbar ist oder bald verfügbar sein wird.

Mobilkom Austria und T-Mobile haben diese Woche ebenfalls Friendly User Tests mit jeweils einigen hundert Nokia-5140-Nutzern gestartet. Zusammenschaltungen zwischen den Netzen gibt es noch nicht, auch die zukünftigen Tarifkonzepte sind noch nicht fix. tele.ring hat intern getestet und "P2T in der Schublade", dürfte es aber der Konkurrenz überlassen, den Markt zu erforschen und aufzubereiten. 3 scheint sich indes nicht für den neuen Dienst erwärmen zu können. Die kostenlos angebotene netzinterne Sprachtelefonie sei jedenfalls billiger, heißt es von dem Unternehmen, das offenbar von den speziellen P2T-Features nicht viel hält. Dabei kann der Netzbetreiber Nutzer zu so genannten "Sicheren Gruppen" zusammenschalten, deren Settings von den Teilnehmern nicht verändert werden können. Die Kunden können aber auch selbst "Ad-hoc-Gruppen" erstellen und andere User dazu einladen oder direkt mit einzelnen Gegenstellen in Kontakt treten. Ein Presence Server informiert darüber, welche Gruppenteilnehmer gerade online, offline oder in einem "Nicht Stören"-Modus sind. (Daniel AJ Sokolov) / (tol)