T-Online steigert Ergebnis im ersten Halbjahr [Update]

Als Grund fĂĽr das Wachstum nennt das Unternehmen vor allem die hohe Nachfrage nach DSL-AnschlĂĽssen.

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  • dpa

Der größte deutsche Internetanbieter T-Online hat im zweiten Quartal sein Ergebnis deutlich verbessert. Zugleich hob das Unternehmen seine Gewinn-Prognose für 2004 an. Das Unternehmen peile nun einen operativen Gewinn (EBITDA) am oberen Rand der Erwartung von 400 bis 450 Millionen Euro an, sagte Finanzvorstand Rainer Beaujean am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz. Im abgelaufenen Quartal übertraf die im TecDAX notierte Telekom-Tochter deutlich die Erwartungen der Analysten. Eine positive Nachricht sei zudem, dass T-Online im internationalen Geschäft außerhalb Deutschlands im zweiten Quartal erstmals ein positives Ergebnis erzielen konnte.

Als Grund für das Wachstum nennt das Unternehmen vor allem die hohe Nachfrage nach DSL-Anschlüssen, welche im Vergleich zum Ende des ersten Halbjahres des Vorjahres in Deutschland um 31 Prozent auf 2,6 Millionen und insgesamt auf 2,9 Millionen zulegten. Gleichzeitig stieg der Umsatz je Monat und Kunde von 14,4 auf 15,7 Euro. Im abgelaufenen Quartal erhöhte T-Online seine Kundenzahl beim schnellen Internet-Anschluss DSL in Deutschland um 181.000. Damit lag das Wachstum unter dem der ersten drei Monate des Jahres und am unteren Ende der Analystenerwartung.

T-Online stockte auch seine Prognose für den Überschuss auf. Wenn keine Sondereffekte anfielen, dann könne T-Online einen Gewinn von bis zu 300 Millionen Euro erreichen, sagte Beaujean. Zuvor lag die Prognose bis 150 bis 200 Millionen Euro. Wegen des starken Wettbewerbs auf dem deutschen DSL-Markt korrigierten die Darmstädter ihre Erwartung für den Umsatz allerdings nach unten. Nach den Worten von Beaujean soll der Umsatz um acht bis zwölf steigen. Bislang sollten die Erlöse um 20 Prozent zulegen. Trotz der positiven Entwicklung der Auslandstöchter stellte Vorstandschef Thomas Holtrop die Beteiligungen in Spanien und Frankreich auf den Prüfstand. Bis zum Jahresende werde eine Entscheidung darüber gefällt, ob die Töchter organisch oder über Zukäufe wachsen sollten oder verkauft würden, sagte Holtrop. "Eine Entscheidung ist noch nicht gefällt." In Frankreich ist T-Online über Club Internet vertreten und in Spanien über ya.com. T-Online hatte sich kürzlich von seinen Aktivitäten in Österreich verabschiedet.

Mit seinen Zahlen für das zweite Quartal übertraf die Gesellschaft die Schätzungen der Analysten zum Teil deutlich. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) kletterte auf 130,6 (Vorjahr: 80,8) Millionen Euro und der Umsatz auf 499,5 (449,6) Millionen Euro. Der Überschuss sprang auf 88,2 Millionen Euro nach einem Verlust von 40,1 Millionen Euro im Vorjahr. T-Online führte die Ergebnisverbesserung auf das "profitable Kundenwachstum" vor allem im DSL-Bereich zurück.

Von dpa-AFX befragten Analysten hatten im Durchschnitt mit einem EBITDA-Gewinn von 119,9 Millionen Euro gerechnet. Den Umsatz sahen sie bei 497,3 Millionen Euro und den Überschuss bei 77,8 Millionen Euro. Vor allem das operative Ergebnis und der Überschuss hätten über den Erwartungen gelegten, sagte Nicolas Cote-Colisson von HSBC Trinkaus & Burkhardt. An der Frankfurter Börse stieg die Aktie von T-Online am Vormittag um 2,65 Prozent auf 8,14 Euro. Zwischenzeitlich hatte der Titel um mehr als 5 Prozent zugelegt. (dpa) / (tol)