Kampf dem Schimmel: Mit dem Taupunktlüfter Keller trocken legen
Hitzegewitter und Überschwemmungen. Nach Pumpe und Lappen sorgt ein Taupunktlüfter für eine nachhaltige Trocknung, denn richtiges Lüften ist nicht trivial.
(Bild: Flystock / Shutterstock.com)
Egal, ob der Keller oder ein anderer Gebäudeteil durch Wassereinbruch oder Baumängel feucht ist: Solange sich die Ursache nicht direkt beheben lässt, muss die Feuchtigkeit aus dem Raum heraus. Dazu muss die Feuchtigkeit aus den Wänden über die Luft entsorgt werden, sonst drohen Schimmel und Bauschäden.
Entfeuchter auf chemischer oder elektrischer Basis sind eine teure Lösung und oft nur übergangsweise sinnvoll. Dabei gibt es ein einfaches Mittel: Lüften! Die meisten Menschen lüften jedoch einfach nach Gefühl oder Zeitplan. Dabei werden oft gravierende Fehler gemacht, die die Feuchtigkeit im Haus nur noch weiter ansteigen lassen.
Lüften aber (automatisch) richtig!
Richtiges Lüften ist eine Wissenschaft für sich. Ein Taupunktlüfter lüftet Wohn- und Kellerräume nach dem anerkannten Taupunktprinzip völlig automatisch zum richtigen Zeitpunkt.
Wie man einen Taupunktlüfter baut und programmiert, zeigen wir in der Make 1/22. Zu diesem Artikel hat der Autor Ulrich Schmerold auch einen Bausatz entwickelt. Der Taupunktlüfter wurde in weiteren Artikeln im Make Magazin erweitert und für das Smarthome angepasst.
Die Messwerte von Innenluftfeuchte und Innentemperatur werden über eine komplizierte und eher unintuitive Formel vom Mikrocontroller, mit der Außenluftfeuchte und Außentemperatur verrechnet. So wird der richtige und ideale Zeitpunkt für das Lüften ermittelt. Ist ein Lüfter an die Steuerung angeschlossen, erfolgt das Lüften automatisch. Alternativ kann man sich auch erst einmal über die „Lüftungs-Ampel“ darüber informieren lassen, ob das Lüften aktuell sinnvoll ist.
Durch WLAN-Anbindung werden auf einer Webseite (oder über das Smarthome) die Messdaten und Kurven in Detail angezeigt. Ideal, um die richtige Zeit zu ermitteln, um dann auch im restlichen Haus zu lüften.
Der Bausatz im Shop
Die Artikel im Make-Magazin zeigen genau, wie alles aus Modulen aufgebaut werden kann. Wenn es aber eilt oder die Maker-Fähigkeiten bisher nicht weit genug fortgeschritten sind, bietet sich ein Bausatz vom Autor Ulrich Schmerold an, der ab sofort im heise-Shop für 139,90 Euro verfügbar ist.
(Bild: Ulrich Schmerold)
Er enthält die Platine und alle Bauteile zum Aufbau der Taupunktlüfter-Steuerung. Der Mikrocontroller ist bereits mit der Firmware bespielt. Für Erweiterungen steht ein Lötpunktraster auf der Platine zur Verfügung. Apropos Erweiterungen: Im GitHub zum Bausatz findet sich der Quellcode zur optionalen Anpassung und ein PDF des Handbuchs. Mit dem Bausatz kommt eine ausgedruckte Version des Handbuchs. Weiterhin wird noch benötigt: ein Gehäuse, ein 230V-Lüfter, diverse Kabel für Strom und Sensoren. Die genauen Spezifikationen sind im Handbuch abgedruckt.
Was man nun noch benötigt, ist normales Werkzeug, Lötkenntnisse (Elektronik) und einen Elektriker, wenn man sich die 230-V-Installation nicht selbst sicher zutraut.
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(caw)