Neue Lobby für Breitband-Versorgung in Österreich

Die Erhöhung der Versorgung mit Breitband-Anschlüssen in Österreich ist das Ziel der am heutigen Montag in Wien vorgestellten ARGE Breitband.

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Die Erhöhung der Versorgung mit Breitband-Anschlüssen in Österreich ist das Ziel der am heutigen Montag in Wien vorgestellten ARGE Breitband. Die elf Mitglieder (Alcatel, Cisco, HP, IBM, Kapsch, Microsoft, SAP, Siemens, Telekom Austria, UPC Telekabel und UTA) repräsentieren mit ihrem Österreich-Umsatz von zusammen 8,5 Milliarden Euro nach eigenen Angaben rund 63 Prozent des österreichischen IT- und Telekommunikationsmarktes.

"Die weißen Flecken müssen verschwinden", forderte Rudolf Fischer, Festnetz-Chef der Telekom Austria und Initiator der ARGE: Der neue CEO des alternativen Anbieters UTA, Günther Ofner, rechnete vor, dass 7.000 von 17.000 Ortschaften noch keinen Anschluss an breitbandige Netze hätten und dies etwa 700.000 Haushalte und jedes vierte kleinere oder mittlere Unternehmen (KMU) betreffe. Darunter leide die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Österreich stark, so der allgemeine Tenor. Die von der Bundesregierung ausgelobten Infrastrukturförderungen von zehn Millionen Euro bis Ende 2005 seien nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Derzeit nutzten nur zwei von zehn österreichischen Haushalten einen Breitbandanschluss. Damit ist das Land, ehemals Spitzenreiter im internationalen Vergleich, deutlich hinter Länder wie die Schweiz, die USA, Korea oder die Beneluxstaaten zurückgefallen. Bei unveränderten Rahmenbedingungen werde Österreich bis 2008 sogar von Deutschland, wo die Breitbandversorgung derzeit bei nur zehn Prozent liege, überholt (dann 40 zu 41 Prozent). UPC-Telekabel-Chef Thomas Hintze betonte den großen Unterschied zwischen Städten und ländlichen Regionen: "Wien ist die Nummer 1 bei der Breitbandpenetration unter den europäischen Städten."

Die ARGE Breitband will nun eine Studie in Auftrag geben, die die volkswirtschaftliche Bedeutung von Breitbandanschlüssen und die bestehenden Defizite erfasst. Damit soll in der Öffentlichkeit und in der Politik ein Bewusstsein für die Problematik geschaffen werden, auch Aufklärung über die Notwendigkeit für und die gesundheitliche Unbedenklichkeit von drahtloser Breitbandinfrastruktur ist ein Ziel. Auf Grund lokalpolitischer Widerstände ist im Bundesland Salzburg noch kein UMTS-Netz errichtet worden (siehe dazu auch c't 1/2004, S. 43). In spezialisierten Arbeitsgruppen sollen Handlungsempfehlungen für die Politik erarbeitet werden. Dies müssten nicht unbedingt Subventionen sein, betonte Hintze: "Es wird international wieder leichter, Geld für unsere Branche aufzutreiben. Die Powerpoint-Manager sind wieder unterwegs mit allerlei Businessplänen. [Wichtig ist jetzt] das persönliche Engagement der Politik um die internationalen Investoren. Da muss man halt auch einmal auf den Opernball gehen! Die persönliche Ebene wird unterschätzt." (Daniel AJ Sokolov) / (jk)