IBM-Partner auf Expansionskurs
Stellenabbau war gestern. Laut einer Blitzumfrage von heise resale auf dem IBM-Partnercamp stehen bei zahlreichen IBM-Partnern die Ampeln auf Grün: Es wird zusätzliches Personal eingestellt.Teils geht dieses Wachstum auf Kosten des Mitbewerbs.
Auf dem Partnercamp versammelten sich zufriedene IBM-Partner
(Bild:Â IBM)
In der IT-Branche scheint die Krise überwunden: “71 Prozent der Anbieter von Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) rechnen für das laufende Jahr mit Wachstum“ meldete der Branchenverband Bitkom am 1. Juli. Eine Umfrage von Heise Resale auf dem IBM-Partnercamp untermauert dies mit konkreten Zahlen: “Unsere Auslastung wächst. Zum 1. September werden wir zunächst zwei neue Mitarbeiter einstellen“, berichtet Joubin Rahimi vom Systemhaus Timetoact Group, das es insbesondere schafft, Lotus Quickr als erfolgversprechende Alternative zu Microsoft Sharepoint bei den Kunden zu platzieren. Rahimi würde sich dabei noch mehr produktspezifische Marketingunterstützung von IBM wünschen, begrüßt es aber, dass Big Blue jetzt überhaupt wieder Werbung für Lotus macht. Auch der eher auf das Hardware-Geschäft fokussierte IBM-Partner Profi Engineering Systems AG sieht positive Anzeichen. “Die neuen IBM Power 7 Server sind ein Erfolg. Unser Hardware-Geschäft hat nach einem schwachen Jahresanfang deutlich angezogen“, erklärt Birgit König, Bereichsleiterin Vertrieb bei Profi. Aktuell hat Profi sein Büro in Hamburg nach einem Umzug in die Stadtmitte personell verstärkt, jetzt beschäftigt das Systemhaus 320 Mitarbeiter an 14 Standorten.
Auch bei Fritz & Macziol ist Optimismus angesagt. “Wir sind zufrieden mit dem Geschäftsverlauf, unsere Wachstumszahlen sind realistisch“, betont Frank Haines, Geschäftsleiter bei Fritz & Macziol. Er registriert eine verstärkte Nachfrage nach Business Intelligence, Managed Services und Mobility-Lösung für SAP. Auch im Hardware-Geschäft läuft der Verkauf der IBM-Server der x-Serie jetzt besser als vor einem Jahr. Einige erfolgreiche Migrationen kann Fritz & Macziol ebenfalls vermelden: So wechselte kürzlich ein großes Bauunternehmen von Sun-Servern zu IBM Power 7 und ein Automobilzulieferer von HP zu IBM Power 7. Darüber hinaus stellt ein Buchversand seine Storage-Infrastruktur von HP auf IBM um.
Nicht alles gut
“Wir sind zufrieden mit dem Geschäftsverlauf. Unsere Wachstumszahlen sind realistisch“, Frank Haines, Geschäftsleiter bei Fritz & Macziol
(Bild:Â IBM)
Kritik an IBM übt Haines aber auch: “Die Business Partner Organisation von IBM unterstützt uns zwar gut, ihr fehlt aber oft die Kraft, auf den Vertrieb einzuwirken.“ Wenn dieser Brückenschlag besser gelänge, könnte auch der Absatz ausgebaut werden. Verstärkt investieren will Fritz & Macziol in die Bereiche Smarter Cities, Soziale Netzwerke, Storage Virtualisierung und die Migration von Sun-Kunden.
Nur für einen Teilbereich der Bechtle-Gruppe kann Tilman Sternel, Leiter Managed Services bei Bechtle, sprechen: “Immer mehr Kunden begeistern sich für unser Angebot, ihre gesamte IT-Infrastruktur von unserem Managed Services Team übernehmen zu lassen.“ Er meldet eine gute Auftragslage und will Personal aufstocken.
Eine stärkere Nachfrage nach Datawarehousing-Lösungen aus dem Haus IBM registriert Claus Werner, Leiter Global Services bei MIP: “Wir setzen auf kleinere Appliances, bei denen sich schon nach vier bis sechs Wochen Erfolgserlebnisse beim Kunden einstellen.“ Eine große Rolle spielen auch Bundles aus der IBM Datenbank DB2 und SAP All-in-One, die MIP selbst geschnürt hat und mit denen das Systemhaus schon einige Kunden zum Umstieg von Oracle Datenbanken animiert hat. “Im Moment haben wir eine sehr stabile Konjunktur, die Auftragslage hat sich eindeutig stabilisiert.“ (gs)