Ärger mit Virenscanner von McAfee
Der Entwickler des Internet-Setup-Programms ISPWizard schließt aufgrund von Fehlerkennungen eine Klage gegen McAfee nicht aus. Apple nimmt den Virenscanner für Mac OS X Virex 7.5 aus dem Programm, da Anwendern Datenverlust droht.
Der Entwickler des Internet-Setup-Programms ISPWizard, Mark Griffith, schließt nach Medienberichten nicht aus, Klage gegen den Hersteller von Antivirensoftware McAfee wegen Schadenersatzes einzureichen. Aufgrund fehlerhafter Virensignaturen (DAT-Files) identifizierte der McAfee-Virenscanner zwischen dem 2. und 8. September seine Applikation als "BackDoor-AKZ Trojan Horse". Da der Scanner die fälschlicherweise als Trojaner erkannte Datei automatisch löschte, waren anschließend die betroffenen Anwender nicht mehr in der Lage, sich mit dem Internet zu verbinden. Griffith verkauft ISPWizard nach eigenen Angaben an Internet-Provider in mehr als 20 Länder, vornehmlich kleinere US-Provider geben das Programm an ihre Kunden weiter.
Auch nachdem McAfee von der Fehl-Erkennung informiert wurde und nach sechs Tagen neue Signaturen bereitstellte, blieben viele Nutzer offline: Die aktualisierten Dateien standen ja zunächst nur im Internet zur Verfügung. Zwar hätte das Deaktivieren des Virenscanners bis zum Herunterladen der neuen Signaturen das Problem ebenfalls gelöst, einige Kunden hätten aber stattdessen voreilig den Provider gewechselt. Damit sei einigen Dienstleistern Schaden entstanden, auch Griffith will Umsatzeinbußen verspürt haben.
Griffith ist nun insbesondere auf Grund der langsamen Reaktion von McAfee sauer. Im ISPWizard-Forum schildert er minutiös die Korrespondenz mit dem Hersteller und dem Ringen um einen sofortigen Emergency Release neuer Signaturen. McAfee hat zu dem Vorfall natürlich Stellung genommen. "Die Gefahr einer Fehlerkennung besteht immer", wehrt Allan Bell von McAfee ab. Zudem sei die betroffene Applikation bekannter Malware ähnlich. Tests könnten Fehlalarme nur minimieren, man überprüfe die Signaturen bereits mit 2 Terabyte Daten (30 Millionen Dateien). Entwickler, die sicherstellen wollen, dass ihre Software nicht als Malware erkannt wird, können diese kostenlos an McAfee einsenden.
Im Monat September scheint McAfee ohnehin unter keinem guten Stern zu stehen. Vergangene Woche hatte Apple McAfees Virex 7.5 für Mac OS X aus dem Programm genommen, nachdem Anwender von erheblichen Problemen -- bis hin zum Verlust sämtlicher E-Mails -- berichtet hatten. Apple empfiehlt seinen Kunden Version 7.5 zu deinstallieren und zurück auf 7.2.1 zu wechseln. (dab)