Fachinformationssystem für die Informatik nimmt Testbetrieb auf

Ein neues Portal soll die wissenschaftliche Informationsversorgung für Informatiker verbessern.

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Von
  • Richard Sietmann

Im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten Projektes "Fachinformationssystem Informatik" (FIS-I) bauen derzeit das FIZ Karlsruhe, die Gesellschaft für Informatik (GI) sowie die Universitäten Karlruhe, München und Trier gemeinsam ein Kompetenz- und Dienstleistungsnetz für die Informatik auf. Das neue Portal io-port.net integriert bislang nur separat verfügbare Informationsquellen unter einer Oberfläche. Die Basis hierfür bilden die Datensammlungen CompuScience des FIZ Karlsruhe, das Digital Bibliography & Library Project (DBLP) der Universität Trier, die Bibliographische Datenbank LEABiB des Lehrstuhls für Effiziente Algorithmen der TU München sowie die Collection of Computer Science Bibliographies (CCSB) der Universität Karlsruhe.

Die strukturierte Aufbereitung und Verknüpfung der Daten soll die wissenschaftliche Informationsbeschaffung beschleunigen und beispielsweise die weitere Navigation in den nach einer Suche angezeigten Treffern erleichtern. So gelangt man vom Autor einer Publikation per Mausklick direkt auf dessen individuelle Publikationsliste und von einem Zeitschriftentitel unmittelbar zum Inhaltsverzeichnis oder Jahresregister der Zeitschrift. Mehrfachtreffer im Suchergebnis werden in einem neuen, vereinheitlichten Datensatz zusammengeführt, der die Verweise auf die Originalquellen anzeigt, so dass der Nutzer entscheiden kann, aus welcher Quelle er die Information abrufen möchte. Die elektronischen Volltexte der von der GI herausgegebenen Reihe Lecture Notes of Informatics sind bereits exklusiv über io-port.net zugänglich; die Realisierung einer Schnittstelle zu einem Volltextvermittlungssystem ist geplant, damit dann auch der direkte Zugriff auf andere Publikationen sowie die Lieferung gedruckter Veröffentlichungen angeboten werden kann.

Neu entwickelten Methoden und Werkzeugen dient das Portal als Testumgebung, indem es sie in die wissenschaftliche Informationsversorgung integriert, so dass den Nutzern ein leistungsfähiges System auf dem jeweils neuesten Stand der Technik zur Verfügung steht. Gegenwärtig werden in Zusammenarbeit mit dem Projekt SemIPort semantische Technologien für Informationsportale erprobt. Der Stand dieser Arbeiten wird im September auf der Jahrestagung der GI, der Informatik 2004, Thema eines Workshops sein.

Die GI und das FIZ Karlsruhe laden nun Interessenten aus Hochschulen und der Informatik-Branche zu einem öffentlichen Test ein, der die Weiterentwicklung des Portals bis zum Release im Herbst 2005 unterstützen soll. Der Zugang erfordert eine Registrierung per E-Mail. (Richard Sietmann) / (anw)