Was Googles Gmail mit Sun zu tun hat
Der E-Mail-Dienst der Suchmaschine zeigt erstmals ĂĽberzeugend die Vorteile von Web-basierten Anwendungen, meint Technology-Review-Kolumnist Simson Garfinkel
Die Einführung von Googles Web-basiertem E-Mail-Dienst Gmail könnte sich als Segen für den Hersteller von Highend-Computern Sun Microsystems erweisen. Das schreibt Simson Garfinkel in seiner neuen Kolumne für Technology Review aktuell. Der Grund: Sun werbe seit Jahren dafür, Anwendungen statt auf voll ausgestatteten Desktop-Computern auf einfachen "thin clients" laufen zu lassen, die mit mächtigen Servern im Hintergrund -- natürlich möglichst von Sun -- verbunden sind. Aber erst Gmail beweise einer breiten Öffentlichkeit, dass dieses Konzept funktioniert -- und sogar Vorteile gegenüber der Desktop-Lösung haben kann.
Gmail laufe so gut wie Outlook Express auf dem eigenen Desktop, in manchem Bereich sogar besser, schreibt Garfinkel, der zu den Betatestern des Dienstes zählt. Dazu kämen die Vorteile einer zentralen Verwaltung wie regelmäßige Backups und Aktualisierung. Bislang dagegen sei praktisch jede Web-Anwendung eine müde Imitation der entsprechenden Software auf einem Windows-PC gewesen. Zumeist sei dies mit weniger Features und geringerer Geschwindkeit verbunden gewesen, und aus diesem Grund hätten sich Thin Clients bislang nicht durchgesetzt.
Allerdings sieht Garfinkel nicht nur gute Seiten an Gmail: Er gehöre zu einer Gruppe von 31 Datenschützern, die in einem offenen Brief von Google verlangen Gmail solange auszusetzen, bis es die Privatsphäre besser schützt. So behalte sich Google zurzeit das Recht vor, Kopien sämtlicher E-Mails zu behalten -- selbst wenn der Nutzer sein Gmail-Konto kündigt. Obendrein gebe es keine erlaubte Möglichkeit, die eigenen Mails automatisch gesammelt zur eigenen Archivierung herunterzuladen.
Siehe dazu in Technology Review aktuell: (sma)