3D-Software Cinema 4D 9: mehr Komfort, mehr Tools
Der deutsche 3D-Spezialist Maxon stellt auf der Siggraph 2004 eine neue Version seiner 3D-Software Cinema 4D vor. Das taufrische Release zeigt insbesondere bei den Modelling-Features und der Oberfläche Neuerungen.
Das 3D-Programm Cinema 4D bietet schon seit Jahren einen schnellen Renderer und einen großen Strauß an Werkzeugen. Nachdem beim Release 8 die erweiterten Render-Funktionen im Vordergrund standen, hat der Hersteller Maxon bei der jetzt auf der Siggraph 2004 in Los Angeles vorgestellten Version 9 die Programmoberfläche generalüberholt und die Modelling-Funktionen erweitert.
Auf den ersten Blick erscheint das Programm fast mit dem Vorgänger identisch. Bei näherem Hinsehen hat sich jedoch allerhand getan. Wenige Mausklicks wandeln ein Untermenü in eine Symbolleiste um; ein Heads-Up-Display (HUD) blendet auf Wunsch direkt im Editorfenster wesentliche Informationen zum Modell ein, die sich dort auch direkt bearbeiten lassen. Eine neue Windrose zur Auswahl von oft benötigten Befehlen an der aktuellen Mauszeigerposition erinnert an das bewährte Bedienkonzept von Maya.
Auch beim Modelling hat sich einiges getan. Dies beginnt damit, dass die meisten Werkzeuge eine Vorschau des zu erwartenden Ergebnisses anzeigen, darunter Messer und Selektionswerkzeug. Das Messer wurde um zusätzliche Modi erweitert; das Auswahlwerkzeug kann automatisch Seiten oder Punkte anwählen. Ein Pinsel dient zur interaktiven "weichen" Bearbeitung von Objekten. Hinzu kommt die Unterstützung für "N-Gons", Flächen mit beliebig vielen Eckpunkten. Hinter den Kulissen gruppieren N-Gons allerdings nur Standard-Polygone zu größeren Bereichen.
Mit dem Release 8 hat Maxon sein 3D-Programm in Module auseinandergebrochen, die der Anwender einzeln oder in Bundles erwerben kann. Auch an diesen Modulen wurde gearbeitet: So simuliert das Modul zur Character Animation ("Mocca") jetzt auch Stoffe und Kleidung. Erstmals unterstützt Mocca auch Motion Blending, um Bewegungsabläufe nahtlos ineinander überzuleiten. Weiterhin führt Cinema 4D 9 neue Spielarten der Inversen Kinematik ein. Das Modul "Advance Render" wurde ebenfalls erweitert: Es unterstützt jetzt die Möglichkeit, grobe Polygonmodelle mit detaillierten Displacement Maps zu versehen, wobei das Objekt erst beim Render-Vorgang in kleinere Bestandteile aufgeteilt wird -- Maxon nennt dies SubPolygon Displacement.
Die endgültige Version von Cinema 4D 9 soll ab Anfang September zum Verkauf bereitstehen. Wer jetzt schon einen Blick auf die neuen Möglichkeiten werfen will, kann die knapp 30 MByte große Demoversion ("Siggraph Launch Edition") bei Maxon auf dem Webserver in Versionen für Mac OS und Windows bekommen.
Die Upgrade-Preise bewegen sich zwischen 300 und 900 Euro; die drei Pakete Cinema 4D, XL Bundle und Studio Bundle sollen 700, 2000 beziehungsweise 3250 Euro kosten. Die Maxi-Version von Cinema verteuert sich somit um 250 Euro. Allen Kunden, die jetzt noch Cinema 8.5 kaufen, bietet der Hersteller ein kostenloses Update auf die Nachfolgeversion an. Wer jetzt also das Studio Bundle fĂĽr 3000 Euro kauft, kann dem Preisaufschlag zuvorkommen. (ghi)