Montag: Datenraub bei Allianz in den USA, Einigung von EU und USA im Zollstreit
Cyberangriff auf Allanz Life + Zollabkommen der EU mit Trump + Google verwirft goo.gl + Schadenersatz nach Street-View-Nacktbild + Apples zweigeteilte Welt
(Bild: smolaw/Shutterstock.com)
Die US-Lebensversicherung Allianz Life bestätigte einen Cyberangriff auf eine Datenbank mit persönlichen Daten der meisten Kunden. Nach Unternehmensangaben konnten sich die Angreifer durch Social-Engineering Zugang verschaffen. Es ist nur einer von derzeit etlichen Angriffen auf die Versicherungsbranche. Derweil ist die Gefahr eines Handelskriegs zwischen den USA und der EU vorerst abgewendet. Bei einem Spitzentreffen in Schottland wird eine Grundsatzeinigung erzielt. Einzelheiten zu diesem zwischen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald Trump geschlossenen Deal sind bislang aber nicht bekannt. Schon 2018 hatte Google den eigenen Dienst zur Abkürzung langer Internetadressen eingestellt. Neue Kurz-URLs konnten damals bereits nicht mehr eingerichtet werden. In Kürze werden auch die bestehenden Weiterleitungen mit goo.gl nicht mehr funktionieren. Ab Ende August zeigt Google hier nur noch eine 404-Fehlermeldung – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Bei der Allianz Life, einem US-Tochterunternehmen des deutschen Versicherungskonzerns Allianz SE, gab es einen großen Cyberangriff. Das Unternehmen bestätigte jetzt, dass bereits Mitte Juli auf persönliche Daten der meisten Kunden, Finanzberater und Beschäftigten zugegriffen wurde. Nach Angaben der Allianz Life verschafften sich Cyberkriminelle am 16. Juli 2025 Zugriff auf ein cloudbasiertes CRM (Customer Relationship Management-System) eines Drittanbieters, das von Allianz Life genutzt wird. Demnach handelt es sich um eine Datenbank mit Informationen über Kunden. Darüber, wie viele Kunden von dem Angriff betroffen sind, machte Allianz Life bislang keine Angaben. Deutsche Kunden sind es allerdings nicht: Großer Datendiebstahl bei US-Tochter der Allianz Versicherung.
Die EU und die USA haben sich auf eine Grundsatzvereinbarung zur Entschärfung des seit Monaten andauernden Zollkonflikts geeinigt. Das war aus EU-Kreisen nach einem Spitzengespräch von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald Trump in Schottland zu erfahren. Details zum Deal wurden zunächst nicht bekannt. Schon vorab war allerdings klar, dass Einfuhren aus der EU in die USA künftig mit deutlich höheren Zöllen belastet werden als noch vor dem Beginn der zweiten Amtszeit von Trump. Kurz vor Beginn des Gesprächs hatte von der Leyen den möglichen Deal als "wohl das größte Abkommen, das jeder von uns je geschlossen hat" bezeichnet. Trump sei ein harter, aber fairer Verhandler: EU und USA schließen Zolldeal.
Schon 2024 hatte Google gewarnt, dass der eigene URL-Shortener abgeschaltet wird und zuvor angelegte Kurz-URLs mit goo.gl nicht mehr funktionieren werden. Der Datenkonzern hatte den Nutzern allerdings eine Frist von einem Jahr eingeräumt, die entsprechend abgekürzten Internetadressen zu ändern. Nun wird es in Kürze so weit sein. Ab 25. August 2025 werden alle Links im Format "https://goo.gl/*" nicht mehr ausgehen und eine 404-Fehlermeldung produzieren. Die Abschaltung von goo.gl begründete Google damit, dass es genug andere Anbieter für solche Dienste gebe. Außerdem habe sich die Art und Weise geändert, wie Menschen Inhalte im Internet finden: Googles URL-Shortener goo.gl wird ab Ende August nur noch 404-Fehler zeigen.
Den eigenen Hintern entblößt auf Google Street View zu entdecken, dürfte für viele Nutzer keine schöne Vorstellung sein. Ein argentinischer Polizist, dem das widerfuhr, erstritt vor Gerichten seines Landes nun umgerechnet rund 12.500 US-Dollar Schadensersatz. Denn nicht nur sein nackter Po war auf dem Straßenansichtsdienst des Suchmaschinenriesen öffentlich zu bewundern gewesen, sondern auch andere Teile seines Körpers. 2017 hatte sich der Ordnungshüter nackt in seinem Garten in einer argentinischen Kleinstadt aufhalten. Just in diesem Moment fuhr ein Google Street View-Auto mit einer hoch montierten Kamera vorbei, die ihn von hinten aufnahm, obwohl er sich hinter einer fast zwei Meter hohen Mauer befand: 12.500 Dollar Schadenersatz wegen Nacktaufnahme von Google Street View im Garten.
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Apple-User in Europa genießen besondere Freiheiten: Man darf Apps nicht nur über den App Store beziehen, sondern auch über alternative Marktplätze. Die EU will mit dem Digital Markets Act (DMA) für mehr Wettbewerb sorgen und Apples Monopolstellung brechen. Um Umsatzverluste muss sich der Konzern aber kaum sorgen, denn große App-Store-Alternativen gibt es bislang nicht. Zudem haben diese Freiheiten bislang nur begrenzte Effekte. Denn wer einen eigenständigen Browser für iOS/iPadOS anbieten will, müsste eine separate Version nur für die EU pflegen, was sich wurtschaftlich kaum lohnt. Deshalb sollte Apple diese in der EU gewährten Freiheiten auch global umsetzen, verlangt unser Kommentar: Schluss mit der zweigeteilten Welt bei Apple.
Auch noch wichtig:
- Die Heizungsmodernisierung in Deutschland kommt nicht richtig in Schwung. Insgesamt sei der Markt auf Talfahrt, klagen Branchenvertreter ĂĽber den deutscher Heizungsmarkt: Schlechteste Verkaufszahlen seit 15 Jahren befĂĽrchtet.
- Seit Anfang der 1990er Jahre produziert der Elektronikhersteller Technisat im Vogtland unter anderem Radios. Damit ist zum Jahresende Schluss: Aus für TechniSat im Vogtland – 70 Beschäftigte betroffen.
- Wenn sich KI-Systeme nicht so verhalten, wie erwünscht, stecken oft Verzerrungen in den Daten dahinter. Das BSI erklärt, wie man den Bias im System erkennt: BSI veröffentlicht Whitepaper zum Bias in der KI.
- Tausende Porno-Anbieter in Großbritannien haben sich verpflichtet, in all ihren Diensten Altersprüfungen einzuführen, freut sich die Regulierungsbehörde Ofcom in Großbritannien: Pornhub und Co knicken bei Altersverifizierung ein.
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- FĂĽr Langzeitarchivierung kommen in vielen Unternehmen immer noch Bandlaufwerke nach dem LTO-Standard zum Einsatz. Doch das Ende naht. Derzeit ist Tape (noch) nicht tot: 2024 wurden LTO-Medien fĂĽr 176 Exabyte ausgeliefert.
- Die Neuauflage der kultigen Pebble-Smartwatch darf unter dem Namen des Originals erfolgen, die neue Bezeichnung Core ist bereits wieder Geschichte: Pebble-Smartwatch bekommt ihren Namen zurück und verspätet sich.
- Image-Scanner wie Trivy und Grype sollen Container sicher machen. Doch sie liefern oft ungenaue Ergebnisse – mit riskanten Folgen für die IT-Sicherheit. Das beschreibt Teil 1 der Docker Image Security: Die größten Irrtümer über Image-Scanner.
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- Üblicher Flash-Speicher leidet im Weltall unter extremen Temperaturschwankungen und Strahlung. Micron stellt besonderen Speicher für solche Einsätze vor: Microns strahlenfester Flash-Speicher für das All.
(fds)