Dienstag: Google mit Eingeständnis, Tesla vergibt Milliardenauftrag
Erdbeben-Frühwarnsystem hat Probleme + Samsung baut Chips für Tesla + Temu unter Druck der EU + Pakt für den Rechtsstaat + iPhone 17-Kamerafunktionen geleakt
(Bild: Oleksandr Khoma / shutterstock.com / heise online)
Der US-Konzern Google hat zugegeben, dass sein Erdbeben-Frühwarnsystem AEA die Menschen während der tödlichen Beben in der Türkei Anfang Februar 2023 nur unzureichend gewarnt hat. Zehn Millionen Menschen im Umkreis von 160 Kilometern rund um das Epizentrum hätten gewarnt, womöglich viele Menschenleben gerettet werden können. Samsungs Chip-Sparte kann endlich wieder einen Großauftrag vermelden. Der US-Elektroautobauer Tesla will seinen Automotive-Prozessor AI6 von Samsung herstellen lassen. Und der chinesische Onlinemarktplatz Temu soll laut EU-Kommission seinen Pflichten aus dem Digital Services Act (DSA) nur unzureichend nachkommen. Das könnte für den Konzern teuer werden – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Am 6. Februar 2023 bebte im Süden der Türkei und im Norden Syriens zweimal an einem Tag die Erde. Auf das erste Beben der Stärke 7,8 folgte ein zweites der Stärke 7,5. Rund 62.000 Menschen verloren in beiden Ländern ihr Leben, mehr als 125.000 wurden verletzt. Nun hat der US-Konzern Google eingeräumt, dass sein Android-Erdbebenwarnsystem (AEA) Millionen Menschen nicht rechtzeitig und korrekt gewarnt hat. Da sich das erste Beben um 4:17 Uhr morgens ereignete, während viele Menschen noch schliefen, hätte ein eindringlicher Alarm entscheidend sein können, um Menschenleben zu retten. Gegenüber der britischen BBC sprach ein Google-Sprecher von Problemen der Erkennungsalgorithmen. Google: Erdbeben-Frühwarnsystem hat in der Türkei nicht richtig funktioniert
Die Chipfertigungssparte des südkoreanischen Samsung-Konzerns galt lange Zeit als unzuverlässig. Für die 3-Nanometer-Generation seiner Halbleiter hat das Unternehmen nie einen prestigeträchtigen Abnehmer vermeldet. Während der taiwanesische Weltmarktführer TSMC die Preise erhöht, steigt das Kundeninteresse an Samsung wieder. Jetzt hat Samsungs Chip-Sparte den ersten großen Kundenauftrag seit Jahren an Land gezogen. Der US-amerikanische Elektroautobauer Tesla lässt dort seinen AI6-Prozessor fertigen. Bis es losgeht, dauert es allerdings noch. AI6: Tesla lässt Samsung Chips im Wert von 16,5 Milliarden US-Dollar herstellen
Der chinesische Onlinemarktplatz Temu ist ins Visier der europäischen Verbraucherschützer gerückt. Im Rahmen einer mehrmonatigen Untersuchung haben EU-Beamte unter anderem auf "Mystery Shopping" gesetzt und inkognito eingekauft. Nun stellte die EU-Kommission das vorläufige Ergebnis der im Oktober 2024 eingeleiteten Untersuchung vor und kommt zu dem Schluss, dass Temu seinen Pflichten aus dem europäischen Digital Services Act (DSA) unzureichend nachkommt. Das Unternehmen erhält Gelegenheit, auf die Vorwürfe zu reagieren. Überzeugt das nicht, kann es teuer werden. EU-Kommission: Temu mit "hohem Risiko für illegale Produkte"
Es kommt zur Neuauflage des Pakts für den Rechtsstaat. Die Bundesregierung hat sich auf die entsprechenden Eckpunkte für eine Fortsetzung verständigt. Demnach werden dafür insgesamt 450 Millionen Euro bereitstehen. Fast die Hälfte davon soll in Digitalprojekte fließen. So soll mit der Initiative die Justiz gestärkt und ihre Digitalisierung vorangetrieben werden. Der Pakt stehe für "moderne digitale Gerichte", die zügiger arbeiten und Bürgern "niedrigschwelligen Zugang zum Recht ermöglichen", heißt es. Voraussichtlich am Mittwoch wird das Bundeskabinett über den Einsatz der skizzierten Mittel im Rahmen des Haushaltsbeschlusses entscheiden. Pakt für den Rechtsstaat: 210 Millionen Euro für die Digitalisierung der Justiz
Apple-Jünger haben das Datum im Kalender dick angestrichen. Anfang September werden neue iPhones erscheinen. Nach und nach sickern Details zu den neuen Modellen durch. Auch dieses Mal dürfte es wieder vier Baureihen geben. Zuletzt kamen durch das Apple-Blog Macrumors detaillierte Infos zum iPhone 17 Pro (und 17 Pro Max) hinzu. Eine anonyme Quelle, die einen von Apple vorproduzierten Werbespot für das Gerät kennen will, gibt es zahlreiche Verbesserungen bei der Kamera. In Sachen Kamera sind andere Hersteller dem US-Konzern bislang voraus. iPhone 17 Pro: Verschiedene neue Kamera-Funktionen geleakt
Auch noch wichtig:
- Das Dresdner Berufliche Schulzentrum für Elektrotechnik soll 2029 umziehen. EU-Mittel ermöglichen den Neubau. EU finanziert Dresdner Schulneubau für Mikroelektronik und Mechatronik
- EU-Raumfahrtkommissar Andrius Kubiliius hat europäische Drittstaaten eingeladen, bei dem als Starlink-Alternative gedachten Satellitennetzwerk IRIS2 voll einzusteigen. EU-Satelliteninternet: UK, Norwegen und Ukraine können sich IRIS2 anschließen
- Das IT-Security-Zentrum des VDE ist zur zentralen Anlaufstelle im globalen CVE-Programm aufgestiegen. Es soll helfen, Sicherheitslücken zügiger zu schließen. Security: CERT@VDE wird erste deutsche Schaltzentrale für Sicherheitslücken
- Die Produktion beim einst größten europäischen Motorradhersteller KTM läuft nun wieder auf allen vier Fließbändern in Mattighofen und Munderfing. Motorradhersteller KTM nach Übernahme durch Bajaj wieder in Vollbetrieb
- Die Shooter-Reihe "Wolfenstein" wird als Serie umgesetzt. Wie bei "Fallout" arbeitet Microsoft dafür mit Amazon zusammen. Microsoft und Amazon machen "Wolfenstein" zur Prime-Serie
- In den Niederlanden darf Apple keine hohen Provisionen mehr von Dating-Apps verlangen. Wegen der Gebührenanpassung in der EU erhält der Konzern mehr Zeit. Zu hohe App-Provisionen: Niederlande gibt Apple mehr Zeit für Änderungen
- Audis Halbjahresergebnis fällt zum dritten Mal in Folge. Wegen der Probleme durch Zölle, in China und den Umbau hat der Autobauer seine Prognose gesenkt. Audis Gewinn zum Halbjahr um mehr als ein Drittel gesunken
- Das Düsseldorfer Entwicklerstudio TxK Gaming muss schließen und macht den unvollendeten TTRPG-Baukasten Dungeon Full Dive kostenlos verfügbar. Dungeon Full Dive: Deutscher Pen-&-Paper-Baukasten wird bald kostenlos
- Das chinesische Robotik-Unternehmen Unitree Robotics bietet einen humanoiden Roboter zum kleinen Preis an. Abstriche müssen dabei in Kauf genommen werden. Preiswerter humanoider Roboter: Unitree R1 kostet 5.900 US-Dollar
- Eine US-Amerikanerin verhalf Nordkoreanern im großen Stil zu Remote-IT-Jobs unter falscher Identität. Jetzt wurde sie dafür verurteilt. Falsche IT-Fachkräfte aus Nordkorea eingeschleust: Haft für US-Amerikanerin
- Der Mathematiker, Songwriter und Satiriker Tom Lehrer ist gestorben. In späten Jahren stellte er sein Musikwerk gemeinfrei. Der Mann, der die NSA foppte – zum Tode von Tom Lehrer
(akn)