Cisco und 3Com wollen für Bewegung im Router-Markt sorgen

Cisco reagiert mit neuen Routern auf zunehmenden Wettbewerbsdruck, 3Com will dem Marktführer mit neuen und erweiterten Modellen dagegen stärker Konkurrenz machen.

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Von
  • Jürgen Kuri

Mit Produktoffensiven wollen die Netzwerkausrüster Cisco und 3Com wieder für etwas Bewegung im Markt für Router sorgen. Cisco, immer noch weit gehend unangefochtener Marktführer bei Routern und Netzwerkequipment, reagierte mit einer neuen Generation von Routern auf den wachsenden Wettbewerbsdruck, etwa von Juniper. Dabei will Cisco nicht nur im Highend-Bereich etwa mit dem jüngst vorgestellten Carrier Routing System weiter punkten, sondern nun mit den so genannten Integrated Services Routers der Serien 1800, 2800 und 3800 unter anderem die Videotelefonie zum Unternehmensalltag machen. Die Geräte sollen auch für kleinere Firmen und Filialen von Großunternehmen integrierte Netzwerkdienste für Sprach-, Daten- und Videokommunikation bieten.

"Wir sind dem Wettbewerb mit diesen Produkten mindestens 18 bis 24 Monate voraus", sagte Cisco-Deutschlandchef Andreas Dohmen gegenüber dpa. Nach der Integration von Daten-, Gesprächs- und Videoübertragung in einem Netzwerk sei Cisco nun einen Schritt weiter auf dem Weg zum "intelligenten Netzwerk", meinte der für Vertrieb zuständige Vize-Präsident Nick Earle: "Für IT-Manager ist das Netzwerk heute wichtiger als die Anwendungen, die darüber betrieben werden."

Mit zwei neuen Produktreihen und deutlich niedrigeren Preisen will dagegen 3Com, in letzter Zeit nicht gerade mit berauschenden Bilanzen aufgefallen, den großen Marktführer herausfordern und Komplettanbieter von Routern werden. Die 6000er Serie soll als WAN-Router für mittlere Firmen und Außenstellen von Großunternehmen dienen. Die 3000er DSL-Serie ist dagegen für die Anbindung von kleineren Filialen und Büros gedacht. Eine deutliche Preisoffensive soll zudem dem Traditionshaus unter den Netzwerkausrüstern wieder steigende Marktanteile bescheren. Die neuen Produkte will das Unternehmen 30 bis 50 Prozent günstiger als vergleichbare Cisco-Router anbieten. "Vor allem größere Unternehmen haben dank unserer Produkte nun endlich eine echte Alternative", sagte Espen Lund, Geschäftsführer 3Com in Deutschland, Österreich und der Schweiz, im Gespräch mit dpa. Router seien heute ein weit gehend standardisiertes Produkt, sodass sich die Kaufkriterien in den letzten Jahren deutlich verschoben hätten.

3Com war Ende vergangenen Jahres eine Partnerschaft mit Huawei Technologies, dem größten Netzwerkausrüster in China eingegangen, um sich gegen den Branchenriesen Cisco zu behaupten. Huawei selbst allerdings musste sich von Cisco des Diebstahls von geistigem Eigentum und Patentverletzung bezichtigen lassen. Huawei war von einem US-Gericht bereits verurteilt worden. Der Rechtsstreit zwische Cisco und Huawei wurde im Juli dieses Jahres endgültig beigelegt, nachdem sich Cisco versichert hatte, dass die chinesische Firma die Zusagen zur Änderung des Kommandozeilen-Interface der Routersoftware, der Dokumentation, der Hilfeseiten und von Teilen des Sourcecodes eingehalten hat.

Cisco hatte lange Zeit den Router-Markt mit einem Marktanteil von mehr als 90 Prozent dominiert. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts Infonetics soll Cisco im abgelaufenen Kalenderquartal immer noch mehr als zwei Drittel des weltweiten Umsatzes mit Routern gemacht haben. (jk)