Beschwerde gegen Northwest Airlines wegen Datenschutzverletzung abgewiesen

Die US-Fluggesellschaft hatte nach dem 11. September persönliche Daten von Kunden ohne deren Wissen an die Regierung weitergeleitet.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Die US-Fluggesellschaft Northwest Airlines hat nach Ansicht des US-Transportministeriums nicht gegen die eigenen Datenschutzbestimmungen verstoßen, als sie nach dem 11. September 2001 persönliche Daten von Kunden an die Regierung für geheime Experimente bei der Terrorismusbekämpfung weiterleitete. Das Department of Transportation wies damit eine Beschwerde des Electronic Privacy Information Centers (EPIC) und der Minnesota Civil Liberties Union ab. Die Bürgerrechtler hatten Northwest vorgehalten, die Weitergabe von Passagiernamen, Adressen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Kreditkarteninformationen an die National Aeronautics and Space Administration (NASA) ohne Wissen der Kunden sei unfair und irreführend gewesen.

Das Transportministerium, das erstmals ĂĽber die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen einer Fluggesellschaft entscheiden musste, kam allerdings zu dem Ergebnis, dass Northwest in den Privacy Rules lediglich den Verkauf von Informationen an Dritte ausschlieĂźt, die Weitergabe von Informationen an die Regierung davon aber nicht betroffen sei. "Es gibt keine Anzeichen dafĂĽr, dass Northwest-Kunden dadurch ein realer oder potenzieller Schaden entstanden ist", zitiert die Washington Post aus der schriftlichen BegĂĽndung.

Ähnlich wie andere Airlines auch hatte die Fluggesellschaft Millionen von Passagierdaten über einen Zeitraum von drei Monaten an das Ames Research Center der NASA transferiert und war deshalb im April in den USA mit dem Big Brother Award für die "schlimmste Firma" bedacht worden. Das Unternehmen habe damit die Grenze zwischen staatlicher und privater Datenhaltung deutlich überschritten, kritisierte Chris Hoofnagle vom EPIC. (pmz)