Heißes Mainboard
Wie warm darf das Mainboard meines PC werden? Gelesen habe ich, dass die Kondensatoren nicht allzu viel aushalten. Kann ich herausfinden, ob die Werte, die mir Diagnose-Tools wie Speedfan anzeigen, für meine Hardware zu hoch sind?
- Benjamin Benz
Wie warm darf das Mainboard meines PC werden? Gelesen habe ich, dass die Kondensatoren nicht allzu viel aushalten. Kann ich herausfinden, ob die Werte, die mir Diagnose-Tools wie Speedfan anzeigen, für meine Hardware zu hoch sind?
Das ist leider nicht allgemeingültig spezifiziert. Intel empfiehlt, dass die Ansauglufttemperatur für den CPU-Kühler nicht über 38 °C liegen darf. Daraus folgt, dass die Lufttemperatur im Gehäuse auch nicht höher sein sollte.
Wie heiß einzelne Komponenten auf dem Board werden dürfen, kann nur der Board-Hersteller entscheiden, weil es stark von den von ihm ausgesuchten Komponenten abhängt. So vertragen manche Transistoren – wie sie etwa in der Schaltung des Spannungswandlers vorkommen – durchaus über 100 °C. Auch Grafikchips dürfen teilweise so heiß werden. Für manche Speicherchips sind Temperaturen um die 85 °C völlig ok. Bei den Kondensatoren, die ebenfalls zum Spannungswandler gehören, würden wir jedoch Werte unterhalb von 60 °C empfehlen, damit sie nicht zu schnell altern. Lediglich für den Prozessor findet auch der Privatkunde halbwegs präzise Angaben zur individuell zulässigen Betriebstemperatur.
Das zweite Problem ist die Messmethode: Wo die Temperaturfühler auf dem Board sitzen und ob es sie überhaupt gibt, variiert von Board zu Board. Daher sind auch die Werte, die Tools wie Speedfan liefern, wenig verlässlich. Im c’t-Labor messen wir deshalb im Zweifelsfall mit feinen Temperaturfühlern an kritischen Stellen nach.
Bei der Systemkühlung liegt eines der Hauptprobleme im PC-Selbstbau: Während der OEM-Hersteller Zugriff auf die Datenblätter jeder einzelnen Komponente hat und sein Kühlsystem präzise dimensionieren kann, muss der Bastler grob über den Daumen peilen. (bbe)