ITK Group übernimmt ITK Systemhaus der insolventen Niggemann Group
Die ITK Group GmbH mit der Verbundgruppe ITK Community hat von der Niggemann Group die ITK Systemhaus GmbH übernommen. Dadurch sollen die Kooperationspartner mehr Service- und Dienstleistungsaufträge erhalten. Weitere Aufkäufe sind möglich. Verhandelt wird noch eine mögliche Übernahme der Niggemann-Gesellschaft Salestec.
(Bild: itk group)
Dirk Walla ist in Kauflaune. Der Geschäftsführer der ITK Group GmbH in Berlin, deren Systemhauskooperation ITK Community im Verbund der Synaxon Holding in Bielefeld angesiedelt ist, hat die ITK Systemhaus GmbH der insolventen Niggemann Group aus Unna übernommen. Kurz nach Unterzeichnung der Verträge sprach heise resale mit Walla über den Zweck des Deals. “Wir wollen unseren Systemhauspartnern zu mehr Know-how und vor allem Service- und Dienstleistungsaufträgen verhelfen. Dazu gehört auch eine stärkere regionale Auslastung. Außerdem wollen wir von den bestehenden Kundenbeziehungen der ITK Systemhaus GmbH profitieren“, unterstreicht Walla.
Das jetzt vorliegende Ergebnis entschädigt für die nächtelangen Verhandlungen. Denn Walla und seinem Sozius Björn Stange ist an Wachstum der Gruppe gelegen. Bei einer stabilen Partnerzahl mit etwa 370 Standorten werde die ITK Group im auslaufenden Geschäftsjahr 2009/2010 den Umsatz in etwa vervierfacht und den Gewinn verdoppelt haben. Endgültige Zahlen kann Walla aber erst im September nach Abschluss der Bilanzen nennen. Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2008/2009 hatte die Gruppe rund 2,6 Millionen Euro bilanziert, nach 1,45 Millionen im Jahr zuvor. Und was hat der Neuerwerb gekostet? “Das kann und darf ich nicht sagen, wir haben darüber Stillschweigen vereinbart.“
Mit ITK Systemhaus Aufträge und Kunden gekauft
(Bild: Niggemann Group)
Für die Beschäftigten der übernommenen ITK Systemhaus gibt Walla schon mal Entwarnung: “Wir wollen alle Mitarbeiter übernehmen. Zu gleichen Konditionen am Standort Unna. Doch Details dazu müssen in der kommenden Woche noch abschließend verhandelt werden. Sicher ist, die Marke ITK Systemhaus bleibt bestehen.“ Mit den Mitarbeitern und der Marke erhält die ITK Group einen großen Teil aus dem Kundenbestand, und kann so ihre Marktposition nicht nur stärken, sondern auch deutlich ausbauen.
Ja zu Salestec – nein zu Online Distribution
Während in der kommenden Woche die ITK Group Chefs Walla und Stange noch an vielen Details basteln, werden sie unter Umständen die Verhandlungen für eine weitere Übernahme aufnehmen. Dabei haben sie es auf ein anderes der insgesamt sechs Unternehmen (Online Distribution, ITK Systemhaus, Refurbished, Salestec, Niggemann Innovations und B&B Computers) aus dem Insolvenzfall Niggemann abgesehen: Salestec GmbH. Der Spezialist für Lösungen aus dem Umfeld von Unified Communications und Fixed Mobile Konvergenz, könnte ganz gut in die eigene Gruppe passen, meint Walla. Aber auch da sei es für konkrete Aussagen noch zu früh. Sicher jedenfalls ist: “Wir sind keinesfalls an anderen Unternehmen wie Online Distribution interessiert. Gerade die Distribution bringt uns weder Mehrwerte noch sonstige Vorteile. Wir sind und wollen kein Distributor sein. Das bringt nur Konflikte. Außerdem sind die Siemens-Produkte jetzt schon überdistribuiert.“ (map)