Politologe: Unnötige Regulierung bremst Genfood-Entwicklung
Die speziellen Regeln für gentechnisch veränderte Lebensmittel sind in vielen Fällen unnötig und behindern die Entwicklung nützlicher Produkte, argumentiert der Politologe und Buchautor Gregory Conko.
Die speziellen Regeln für gentechnisch veränderte Lebensmittel sind in vielen Fällen unnötig und behindern die Entwicklung nützlicher Produkte. Diese Ansicht vertritt der Politikwissenschaftler Gregory Conko in einem Interview mit Technology Review aktuell. Conko hat zusammen mit Henry I. Miller im vergangenen Monat ein Buch mit dem Titel "The Frankenfood Myth -- How Protest and Politics Threaten the Biotech Revolution" veröffentlicht.
Kern von Conkos Argumentation ist, dass die gentechnische Veränderung etwa von Pflanzen sich von der Auswirkung her nicht von einer Veränderung durch gezielte Züchtung unterscheidet, die seit Jahrzehnten praktiziert wird. Trotzdem gebe es aber in den USA sehr hohe Hürden, wenn Wissenschaftler gentechnisch veränderte Pflanzen außerhalb von Gewächshäusern ausbringen wollen. Die Kosten dafür könnten nur große Unternehmen tragen: "Diese Projekte sind im Grunde tot, sobald die Gewächshausphase beendet ist."
Conko räumt ein, dass in bestimmten Fällen sowohl strenge Regeln als auch eine Kennzeichnung von Genfood angemessen sind -- dann, wenn durch die Veränderung eine gefährliche neue Eigenschaft der Pflanze oder des Produkts entsteht. Die auch in den USA vorgeschriebene Kennzeichnung jeglicher Gen-Veränderung auf Lebensmitteln dagegen sei schädlich: Konsumenten bekämen so den unrichtigen Eindruck, "dass dieses Produkt anders ist und man sich Sorgen machen sollte".
Siehe dazu in Technology Review aktuell: (sma)