Blick ins Heft c’t 18/2025: Weg von Windows

Das Support-Ende für Windows 10 naht, viele Nutzer denken ernsthaft über einen Wechsel nach. Was macOS, ChromeOS und Linux besser können und was nicht.

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Hallo aus Hannover,

die Gründe, den Verbleib im jahrelang gewohnten Windows-System zu hinterfragen, sind vielfältig. Der eine fühlt sich schon länger gegängelt und genervt, weil er mit jedem Update zunehmend mehr Features abschalten muss, die nur Microsoft nützlich findet. Wer einfach nur in Ruhe arbeiten will, den zieht es angesichts der noch hinzukommenden Werbeeinblendungen, der Datensammelei und unausgegorenen KI-Funktionen nicht gerade zu Windows 11.

Hinzu kommt, dass sich andere Systeme, insbesondere Linux, zu komfortablen, brauchbaren Alternativen entwickelt haben. Dank Live-Image kann man sogar unkompliziert ausprobieren, ob es mit dem eigenen Rechner oder Notebook kompatibel ist. Windows erscheint damit für immer mehr Anwendungsszenarien nicht mehr so alternativlos, wie es einmal war, vor allem im privaten Bereich.

Aber wohin wechseln? Es gibt macOS, ChromeOS und Linux. Abhängig davon, was genau einen von Windows wegtreibt, wird man sicherlich nicht mit jedem Kandidaten glücklich. Meine Kollegen Peter Siering, Stefan Porteck und Keywan Tonekaboni erklären, was die anderen Betriebssysteme besser machen als Windows und geben Tipps für einen reibungslosen Umzug.

Die Windows-10-Ära neigt sich dem Ende zu und Microsofts Produkt- und Preispolitik bringt mittlerweile sogar treue Nutzer ins Grübeln. Die einen fühlen sich beobachtet durch Microsofts Datensammelei und unausgegorene KI-Funktionen, die anderen bedrängt und gestört durch aufploppende Werbung. Viele sind es leid, die eigenen Vorlieben permanent gegen die Avancen des Systems verteidigen zu müssen und suchen nach einer soliden Umgebung, die sie einfach nur in Ruhe arbeiten lässt.

Manchmal sprechen gute Gründe gegen einen Wechsel, meist in Form von unverzichtbarer Software: etwa weil man ein ausgefallenes Hobby pflegt und dafür spezielle Tools benötigt. Mitunter stellt man aber auch fest, dass sich die Präferenzen verschoben haben oder die gewohnte Software etwa fürs Banking auch durch eine Web-Anwendung ersetzt werden kann. Vielleicht braucht es auch gar keinen vollwertigen Computer mehr, sondern nur noch ein Tablet? Über solche grundsätzlichen Fragen sollte man bei dieser Gelegenheit ebenfalls nachdenken und auch einige alte Weisheiten hinterfragen: etwa dass Linux nicht spieletauglich sei.

Auf jeden Fall sollte jeder wissen, was ihn auf der neuen Plattform erwartet und wie er den Umzug möglichst reibungslos gestaltet; dabei unterstützen wir mit Kurzcharakteristiken nebst praktischen Tipps. Wer zum Beispiel ein pflegeleichtes System sucht, das ähnlich reibungslos funktioniert wie ein Smartphone, könnte mit Googles ChromeOS glücklich werden. Verlässt man Windows hingegen aus Datenschutzgründen, ergibt das Chromebook wohl weniger Sinn, denn Google reizt ebenfalls alle Möglichkeiten aus, die sich zum Datensammeln bieten.

Wer sich nicht überwacht fühlen möchte und weg will von Account- und anderen Zwängen, greift zu Linux. Wir empfehlen für den Umstieg die besonders einsteigerfreundliche Distribution Linux Mint, die sich auch als Live-System vom USB-Stick starten und somit unkompliziert auf der eigenen Hardware testen lässt. Viele Probleme mit Treibern und Spielen sind mittlerweile ausgeräumt; in welchen Bereichen es noch hakeln könnte, etwa bei Nvidia-Grafikkarten, und wie man die proprietären Treiber dafür nachrüstet, erklären wir detailliert.

Eine ausgewogene Mischung aus Komfort, Privatsphäre und Professionalität bietet macOS, insbesondere für Menschen mit kreativem Hobby oder Beruf. Dafür brauchen sie aber auch das nötige Kleingeld: nicht nur für den Rechner, sondern auch für die anderen Gadgets wie iPhone, Apple Watch, AirPods et cetera, mit denen das System erst so richtig zu Hochform aufläuft. Unsere Tipps verhelfen Ihnen zu einem günstigeren Einstieg in ein vernünftiges, gebrauchtes System; außerdem erklären wir die wichtigsten Besonderheiten rund um Bedienung, Software-Installation, Backup und Sicherheit.

(Bild: Martina Bruns/KI/heise medien)

Anlagebetrug im Internet ist ein hochprofessionelles Geschäft. Die Opfer werden auf seriös wirkende Onlineplattformen gelockt und dort mithilfe psychologisch fundierter Kommunikationsstrategien ausgeplündert. Mein Kollege Markus Montz erzählt die Geschichte des c't-Lesers Boris G., der sich an ihn gewandt hat, um andere zu warnen, und hat mit Beamten des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen über die Strategien solcher Netzwerke gesprochen.

Unser Leser wurde über das Karrierenetzwerk Xing angesprochen. Dass die Masche funktionierte, zunächst Vertrauen aufzubauen und dann den Anlagebetrug auf einer entsprechenden Plattform einzufädeln, hatte auch ein wenig mit Zufall zu tun. Mitunter gelingt es, die Betroffenen am Ende zur Zahlung sechsstelliger Summen zu überreden. Ganz so weit kam es bei G. zum Glück nicht, er wurde misstrauisch.

Ebenso wie für legale Geschäfte gibt es auch auf den Online-Betrug spezialisierte Plattformprovider (Crime as a Service), Callcenter und Werbeplatzvermarkter. Was schützt? Ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Inhalten aus dem Internet oder Kontaktaufnahmen sowie eine ruhige, intensive Beschäftigung mit Anlagestrategien, ohne Zeitdruck.

Wie Sie sich wappnen, woran Sie betrügerische Absichten und Plattformen erkennen können und wie Sie sich am besten verhalten, wenn Sie oder jemand in Ihrem Umfeld betroffen ist, hat mein Kollege ausführlich recherchiert. Besonders wichtig ist, die Betroffenen zu unterstützen und auf Schuldzuweisungen zu verzichten. Denn die Täter gehen so professionell vor, dass es jeden treffen kann, wenn die Umstände zufällig zusammenpassen.

(Bild: Jessica Nachtigall/KI/heise medien)

Ob SSD, Festplatte, USB-Stick, Thunderbolt-SSD oder Speicherkarte: Die c’t-Kaufberatung führt Sie zum passenden Datenträger.

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Der QR-Code-Leser in Apples Kamera-App soll Links möglichst leicht verständlich anzeigen, damit man erkennt, wohin die Reise geht. Doch ein Fehler erlaubt es Phishern, eine falsche URL vorzutäuschen.

Im Juli 2024 ist das Smartphone-Wallet Wero gestartet. Bisher auf private Zahlungen beschränkt, soll es in Kürze im Onlinehandel verfügbar sein. Wir haben uns Wero genauer angesehen.

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Hersteller von Gamingmäusen übertrumpfen einander mit Superlativen wie der Auflösung von 25.000, 32.000 oder sogar 45.000 dpi. Gerne werben sie auch mit hohen Geschwindigkeiten oder „Hyper Polling“ mit 8000 Hertz. Wir untersuchen die reißerischen Features und ob sie wirklich das sind, was eine gute Gamingmaus ausmacht.

(Bild: Andreas Wodrich/heise medien)

Manchmal haben c't-Artikel einfach das perfekte Timing, in diesem Fall der geniale Wärmebildkameratest von Mirko Dölle. Erst vergangene Woche saßen wir mit Freunden zusammen, die nicht ganz glücklich damit sind, dass der genaue Verlauf der Wandheizungsrohre in ihrem vor einigen Jahren erworbenen Haus nirgendwo dokumentiert ist. Weshalb sie ihre Wände sicherheitshalber nicht anbohren.

Passend zum Gesprächsthema bekomme ich nun gerade mal eine Woche später die mögliche Lösung geliefert: Der Kollege hatte die Idee, mit einer Wärmebildkamera auf Strom-, Heizungs- und Wasserleitungssuche zu gehen. Im Test vergleicht er nicht nur anhand von vier Modellen, wie gut solche Geräte die unterschiedlichen Leitungen anhand ihrer Temperatur unterscheiden können, sondern erklärt auch detailliert die technischen Hintergründe und Messverfahren.

(atr)