Infineon und VW entwickeln kostengünstige Telematik-Plattform
Eine neue Telematik-Einheit mit Bluetooth-, GPS- und GPRS-Funktion soll moderne Informationsdienste künftig in alle Fahrzeugklassen bringen.
Chip-Hersteller Infineon und Volkswagen haben gemeinsam eine kostengünstige Telefon- und Telematik-Plattform für Fahrzeuge entwickelt, die künftig herstellerübergreifend vertrieben werden soll. Zum Preis bisheriger Auto-Telefoneinheiten biete die so genannte Basis-Telematik-Einheit zusätzlich Funktionen und erlaube in jeder Fahrzeugklasse die Nutzung moderner Informationsdienste, die bisher überwiegend den Oberklasse-Limousinen vorbehalten waren, heißt es bei den Partnern. VW werde die Basis-Telematik-Einheit ab Herbst 2004 in einem internen Flottenversuch testen.
Die Telematik-Einheit baut auf Infineons 32-Bit-Chip-Architektur TriCore auf und enthält Infineons SingleStone-Modul für Bluetooth-Anwendungen, einen GPS-Chipsatz für satellitengestützte Ortung sowie GSM-/GPRS-Chipsets für die Mobilkommunikation und den Internetzugang. Bei der Entwicklung der Software-Architektur habe Volkswagen auf standardisierte Schnittstellen zurückgegriffen. Die Marken-Differenzierung erfolge durch die Anwendungs-Software, die angebotenen Funktionen, sowie durch ihre Bedienoberfläche und die Beibehaltung des fahrzeugspezifischen Innendesigns.
In Fahrzeugen, die mit den neuen Telematik-Einheiten ausgestattet sind, sollen künftig keine kabelgebundenen Freisprecheinrichtungen mehr nötig sein. Vielmehr werden die Daten der SIM-Karte eines gewünschten Mobiltelefons per Bluetooth der Basis-Telematik-Einheit zur Verfügung gestellt. SMS-Nachrichten, Telefonnummern oder Namen von Anrufern erscheinen im Display der Instrumententafel. Telefonnummern soll der Fahrer per Spracheingabe oder per Lenkradbedienung direkt anwählen können. Möglich sollen auch fahrzeuginterne Fehlerdiagnosen und die anschließende Fehlerweiterleitung per GSM-/ GPRS-Mobilfunk an die nächste Werkstatt sowie ein automatischer Pannen- und Hilferuf sein. (pmz)