US-Senat will Vergaberegeln für befristete Arbeitsgenehmigungen ändern
Ausländischen Studenten, die einen akademischen Abschluss in den USA erworben haben, soll der Eintritt in den Arbeitsmarkt erleichtert werden; die Bestimmungen für die Vergabe von L-1-Visa könnten hingegen verschärft werden.
In den USA sorgen Pläne des Senats für Unruhe, die Vergaberegeln für befristete Arbeitsgenehmigungen zu ändern. So sollen beispielsweise ausländische Studenten, die ihr Studium in den USA mit einem akademischen Grad (Diplom oder Doktor) abschließen und anschließend im Land bleiben wollen, künftig nicht mehr von der festgeschriebenen Obergrenze bei der Vergabe von H-1B-Visa betroffen sein. Offiziell vergibt die US-Einwanderungsbehörde derzeit lediglich 65.000 H-1B-Visa im Jahr, die in etwa der deutschen Greencard entsprechen. Fachkräfte können damit bis zu sechs Jahre in den Vereinigten Staaten arbeiten.
Arbeitnehmervertreter sprachen sich unterdessen gegen eine Sonderbehandlung für ausländische Jung-Akademiker aus. "Es gibt keinen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in der Hightech-Branche der USA", sagt beispielsweise Marcus Courtney von der Gewerkschaft WashTech. Vielmehr seien in den vergangenen drei Jahren rund 400.000 Arbeitsplätze in der IT-Industrie weggefallen. Kritiker argumentieren zudem, dass zusätzliche Arbeitsgenehmigungen für Fachpersonal aus dem Ausland die Arbeitsplatzverlagerung in Niedriglohnländer wie Indien oder die Philippinen beschleunige. "Kehren die Gastarbeiter dann wieder in ihre Heimatländer zurück, sind sie besser gerüstet, um mit uns zu konkurrieren", glaubt etwa Vin O'Neill von der IEEE-USA.
Unternehmensvertreter begrüßten hingegen die derzeit diskutierte Erweiterung des H-1B-Programms, schließlich vergeude man wertvolle Ressourcen, sollten diese hochqualifizierte Leute nicht bleiben können. Der republikanische Senator Saxby Chambliss will zudem die weit weniger kontrollierte Arbeitskräfte-Einwanderung über L-1-Visa (Manager, keine Personen-Obergrenze, kein Mindestgehalt) einschränken. Allein im Jahr 2002 sollen mehr als 113.000 Führungskräfte auf diesem Weg in die USA gekommen sein -- und nicht selten wurden hoch bezahlte Angestellte in anderen Unternehmen über Outsourcing-Vereinbarungen durch billigere L-1-Kräfte ersetzt. Chambliss will durchsetzen, dass ausländische Arbeitskräfte mindestens ein Jahr auf der Gehaltsliste eines Unternehmens stehen müssen, bevor sie mit einem L-1-Visum in den USA arbeiten können. (pmz)